Mozilla gibt Google einen Korb und wählt Yahoo

NEW YORK. Im Kampf der Suchmaschinen im Internet hat Google einen Rückschlag erlitten. Der Internet-Browser Firefox wird ab kommendem Monat in seiner neuen Version, zunächst in den USA, Yahoo als Standard-Suchmaschine anbieten und nicht mehr Google. Damit endet eine zehnjährige Zusammenarbeit.

John Dyer
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NEW YORK. Im Kampf der Suchmaschinen im Internet hat Google einen Rückschlag erlitten. Der Internet-Browser Firefox wird ab kommendem Monat in seiner neuen Version, zunächst in den USA, Yahoo als Standard-Suchmaschine anbieten und nicht mehr Google. Damit endet eine zehnjährige Zusammenarbeit. Für Google ist das auch ein Rückschlag im Wettbewerb mit Microsoft. Denn hinter dem Suchprogramm von Yahoo verbirgt sich Bing von Microsoft.

Marissa Mayers Schachzug

Partner von Yahoo ist Mozilla. Dieser Internetfirma gehört der Browser Firefox. Die Zusammenarbeit ist zunächst auf fünf Jahre ausgelegt. «Das ist seit fünf Jahren die wichtigste Partnerschaft für Yahoo», schrieb Marissa Mayer. Sie amtiert seit Juli 2012 als Chefin von Yahoo. Zuvor war sie Vizepräsidentin bei – Google. Yahoo holte Mayer, um den Niedergang des Internetpioniers zu stoppen. Yahoo hat zunehmend Marktanteile an Amazon, Google und Facebook verloren. Die Internetsuche bringt den Anbietern hohe Einnahmen, weil die Suchvorlieben der Internetnutzer den Werbekunden zur Verbesserung gezielter Angebote dienen. Google zahlte Mozilla 300 Mio. $ im Jahr, damit Google die Standard-Suchmaschine auf Firefox war. Für Mozilla war das die Haupteinnahmequelle.

Google hat eigenen Browser

Auch für Microsoft ist der Wechsel ein Erfolg. Denn Yahoo produziert derzeit keine eigene Suchmaschine mehr, sondern nutzt seit 2009 das Microsoft-Suchprogramm Bing, wenn auch unter dem Yahoo-Logo. 88% der Einnahmen mit dem versteckten Bing bleiben bei Yahoo, Microsoft begnügt sich mit 12%.

Die Allianz fordert einen Giganten heraus: Google hat einen Anteil von 67% aller Suchanfragen von US-Computern und einen Weltmarktanteil von gar 70%. Yahoo kommt auf je 10%, Bing in Amerika auf 20%. Und bei den Browsern hat Google mit Chrome mittlerweile ein eigenes, erfolgreiches Produkt, das mit einem Weltmarktanteil von 33% deutlich vor Firefox (10%) liegt.