Monaco lockert Bankgeheimnis

Mit Monaco hat eines der letzten Steuerparadiese in Europa seinen generellen Widerstand gegen den Austausch von Kontodaten aufgegeben. Das Fürstentum erklärte sich am Wochenende bereit, im Fall von Steuerhinterziehung enger mit dem Ausland zusammenzuarbeiten.

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Mit Monaco hat eines der letzten Steuerparadiese in Europa seinen generellen Widerstand gegen den Austausch von Kontodaten aufgegeben. Das Fürstentum erklärte sich am Wochenende bereit, im Fall von Steuerhinterziehung enger mit dem Ausland zusammenzuarbeiten.

Auf der seit 2000 existierenden Liste der OECD stehen seit einiger Zeit nur noch Monaco, Liechtenstein und Andorra. Alle drei hoffen, durch die nun gemachten Zugeständnisse nicht mehr als «unkooperativ» zu gelten.

Das Fürstentum an der Côte d'Azur mit knapp 33 000 Einwohnern war bislang eines der bekanntesten Steuerparadiese in Europa. Das Bankwesen ist eine wichtige Einnahmequelle des Kleinstaats.

Der Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Angel Gurría, bezeichnete die Ankündigungen der letzten Tage als einen «extrem wichtigen Durchbruch». Gerade jetzt seien Regierungen in aller Welt darauf angewiesen, die Steuereinnahmen zu maximieren, um der globalen Wirtschaftskrise begegnen zu können.

Die OECD werde mit den Ländern zusammenarbeiten, um die versprochenen Änderungen voranzutreiben. Dies werde jedoch Zeit in Anspruch nehmen. Einige Staaten müssten Gesetze ändern und Steuerabkommen neu aushandeln.

Am Wochenende erklärte sich auch die belgische Regierung bereit, sich aktiver als bisher am Kampf gegen die grenzüberschreitende Steuerflucht in der EU zu beteiligen. Wie der belgische Finanzminister nach Berichten der Nachrichtenagentur Belga am Samstag mitteilte, will sich das Königreich ab 2010 dem automatischen Informationsaustausch über Zinseinkünfte von EU-Ausländern anschliessen. (sda)

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