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Modehaus missachtet korrekte Deklaration von Pelz

Das Luzerner Modehaus Kofler wird kritisiert, dass es die Herkunft von Pelzprodukten unsauber deklariert hat. Der Fall sei allerdings eine Ausnahme, sagen Tierschutzverbände. Die meisten Detailhändler halten sich an die Vorgaben.
Rebekka Balzarini
In der Schweiz gibt es eine Deklarationspflicht für Pelzprodukte. Im Bild Pelzmäntel in einer Boutique in St. Moritz. (Bild: Alessandro Della Bella/Keystone)

In der Schweiz gibt es eine Deklarationspflicht für Pelzprodukte. Im Bild Pelzmäntel in einer Boutique in St. Moritz. (Bild: Alessandro Della Bella/Keystone)

Das Modehaus Kofler aus Luzern musste in den letzten Tagen viel Kritik einstecken. Dies, weil es die Herkunft von Pelzprodukten nicht sauber deklariert hat. In der SRF-Sendung «Espresso» wurde das Modehaus heftig angegriffen. Kofler stand aber auch schon früher in der Kritik, etwa von der Newsplattform «20 Minuten», weil es Pelzprodukte nicht vorschriftsgemäss deklariert hatte. Auf Anfrage dieser Zeitung gab das Modegeschäft an, die Vorgaben bis Mitte Januar 2019 umsetzen zu wollen. Momentan sei man dabei, mit den Lieferanten die Herkunft der Pelzprodukte zu klären.

Dafür, dass sich die Bekleidungsgeschäfte an die Regeln des Bundes halten, ist das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) verantwortlich. Um Gesetzesverstösse aufzudecken, führt es Stichproben durch. Bis Ende 2017 wurden 235 Geschäfte kontrolliert, bei 80 Prozent davon stellte das BLV Mängel fest.

Nach der Aufforderung zur Behebung dieser Mängel waren es noch 15 Prozent, welche die Vorgaben der Deklarationspflicht nicht sauber erfüllten. Gegen zwei von ihnen musste eine Busse verhängt werden, da die Deklaration auch nach nochmaliger Aufforderung nicht in Ordnung war.

Bewusstsein der Kunden hat sich geändert

Bei Kofler handle es sich mit Blick auf diese Zahlen um eine Ausnahme, so das BLV. Das bestätigt Nadja Brodmann, Geschäftsführerin des Zürcher Tierschutzes, der ebenfalls regelmässig Bekleidungsgeschäfte besucht, um die Deklarationen zu überprüfen. Im letzten Jahr hatte der Tierschutz Geschäfte in der ganzen Schweiz besucht und so Daten über die Erfüllung der Deklarationspflicht erhoben. In diesem Jahr wurde keine vergleichbare Untersuchung mehr durchgeführt. «Gefühlt ist aber das Bewusstsein gestiegen», sagt Brodmann. Auch wenn es in Einzelfällen noch vorkomme, dass ein Kleidungsstück nicht korrekt angeschrieben sei. Auch das BLV stellt eine Änderung im Bewusstsein fest: «Das zeigen die Rückmeldungen aus den Verkaufsläden. Immer mehr Kunden fragen nach Tierart, Herkunft oder Haltungsart.»

Nur: Für die Angestellten im textilen Detailhandel ist es gar nicht so einfach, Fragen nach Herkunft und Gewinnungsart des Fells vom Lieferanten beantwortet zu erhalten. Denn oft fehlten die Angaben. Das sagt der Präsident von textilschweiz, Markus von Däniken. Im Verband sind verschiedene textile Detailhändler organisiert. Von Däniken empfiehlt, im Einkauf auf unklare Produkte zu verzichten. Viele Lieferanten seien sich nicht bewusst, welche Regeln in der Schweiz gelten.

Denn die Schweiz ist das einzige Land, das bei Pelzprodukten eine Deklarationspflicht kennt. Erschwerend kommt laut von Däniken hinzu, dass auf der Website des Bundes zum Thema Pelz nicht ausführlich in Englisch informiert wird. Trotzdem: «Die Anforderungen an die Deklaration sind klar definiert, ohne Wenn und Aber.» Um die Lieferanten zu informieren, haben die Verbände englische Merkblätter entworfen, welche an die Lieferanten abgeben werden können.

Über den Pelzverband SwissFur sei die Schweiz in internationalen Gremien vertreten und sensibilisiere dort für ihren Standpunkt. «Aber die Veränderung der Wahrnehmung bei den Produzenten braucht Zeit.» Deshalb mag es von Däniken auch nicht, wenn ein fehlbares Modegeschäft in die Medien gezerrt wird. Er gibt den Kritikern Kontra: «Statt Bashing bei Einzelfällen sollte zuerst das Gespräch gesucht werden», sagt er.

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