Mobility holt Garagisten an Bord

Bei Garagisten stehen Tausende Autos ungenutzt herum und warten auf Kaufinteressenten. Dieses Potenzial wollen Mobility und der Auto Gewerbeverband Schweiz (AGVS) nutzen. Das Pilotprojekt startet.

Stefan Borkert
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Mobility vergrössert mit dem Auto Gewerbeverband Schweiz die Flotte der Carsharing-Fahrzeuge. (Bild: PD)

Mobility vergrössert mit dem Auto Gewerbeverband Schweiz die Flotte der Carsharing-Fahrzeuge. (Bild: PD)

Mobility will sich zur grössten nationalen Anbieterin für indivi­duelle Mobilitätsdienstleistungen entwickeln. Nach der Lancierung der Mobility-Scooter oder der Mitfahrplattform Mobility-Carpool versucht Mobility nun, ein weiteres Konzept zum Laufen zu bringen. Für eine erste Testphase, die bis Januar 2020 andauern wird, rüstet Mobility Autos von Partnergaragen mit Carsharing-Technologie aus. Dadurch könne Mobility das Standortnetz ausbauen und flexibilisieren, erklärt Mobility-Geschäftsführer Patrick Marti. Man komme so zu neuen Standorten, auch in ländlichen Gebieten, «in denen wir aus eigener Kraft kein Fahrzeug stellen würden.» Zudem sei es nun möglich, kurzfristig auf steigende Nachfrage zu ­reagieren.

Für Kunden ändert sich in der Handhabung nichts. Die Autos werden vollständig in das Mobility-Angebot integriert, Preise, Versicherungen und Unterhalt entsprechen den Standards. Der erste Partner beim Projekt ist der Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS).

Das Pilotprojekt startet Anfang kommender Woche. Markus Aegerter von der AGVS-Geschäftsleitung sagt: «Wir starten mit ausgewählten Garagen in den Regionen Bern und Zürich, um zunächst Erfahrungen zu sammeln, zum Beispiel beim Geräteeinbau und dergleichen.» Er erklärt weiter: «Danach wollen wir die Anzahl der teilnehmenden Garagen im ersten Halbjahr 2019 schweizweit auf 30 bis 50 erhöhen. Der Pilot dauert bis Ende Januar 2020. Im Erfolgsfall – und wir sind vom Erfolg überzeugt – werden ab 2020 weitere Garagen ins Projekt aufgenommen.» Ab nächster Woche sind folgende Garagen dabei: Alu-Car Garagen, Stans; Central Garage Grünen, Wasen; Brand Automobile, Schattdorf; Central Garage Grünen, Grünen; Garage Sägesser, Worb; Garage Blunier, Bern; Auto Center Wiedikon, Zürich.

Aegerter sagt auch, dass die Mehrheit der AGVS-Mitglieder der Autoteilet positiv gegenüberstehe. «Als moderne Unternehmer haben sie erkannt, dass sie auch für neue Mobilitätsformen offen sein müssen.»

Win-Win-Situation für Garagisten und Mobility

Er fährt fort: «Seit wir die Kooperation publik gemacht haben, erhalte ich viele Anrufe von Garagisten, die mitmachen wollen.» Eigenmann ergänzt: «Die Garagen verfügen über Fahrzeuge und Parkplätze, wir über Carsharing-Technologie und das Buchungssystem. Eine Win-Win-Situation also.» Eigenmann weiter: «Mobility übernimmt unter anderem die Anschaffung des Bordcomputers und die Markierung der Parkplätze. Die reine Hardware hierfür kostet schon einen dreistelligen Betrag. Hinzu kommen Mobility-interne Kosten für die Einbindung ins Buchungssystem, Kundenservice und so weiter. Das lässt sich zurzeit noch nicht beantworten.» Wenn Mobility bestehende Autos nutze, statt neue zu kaufen, dann profitieren davon sowohl die Umwelt als auch die Partnergaragen. «Jeder Franken, den unsere Mitglieder damit verdienen, ist ein guter Franken», erklärt AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli.

Zudem verändere sich das Umfeld der Garagisten rasant. «Mit der Zusammenarbeit mit Mobility zeigen die Garagisten, dass sie Brücken bauen wollen und offen sind für neue Mobilitätsformen.» Mobility-Chef Patrick Marti sagt: «Wir machen aus Stehzeugen Fahrzeuge. Das ist in jeder Hinsicht sinnvoll.»