Mobilfunkauktion wird verschoben

Der grösste Ausbau des Schweizer Mobilfunknetzes seit Jahren verzögert sich. Das Auktionsverfahren der ComCom wirft bei den interessierten Firmen zu viele Fragen auf.

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Bern. Am 26. November letzten Jahres hat die Kommunikationskommission (ComCom) die Ausschreibung zur Versteigerung aller Schweizer Mobilfunkfrequenzen eröffnet (siehe Kasten). Im Rahmen dieser Ausschreibung konnten interessierte Firmen Fragen stellen. Deren Beantwortung beanspruche nun mehr Zeit als erwartet, teilte die ComCom mit.

Nichts geht vor dem Sommer

Der ursprüngliche Zeitplan, der für kommenden 18. März die Eingabe der Bewerbungsunterlagen für die Auktion vorsah, ist dadurch über den Haufen geworfen. Das neue Datum für die Eingabe und der angepasste Terminkalender des ganzen Verfahrens sollen nun später bekannt werden. Ursprünglich hatte die ComCom geplant, die Mobilfunkfrequenzen vor den Sommerferien zu versteigern. Dies verzögert sich nun.

«Kritik war zu erwarten»

Bemerkungen und Kritik seien zu erwarten gewesen, sagte ComCom-Sprecher Peter Bär. Einerseits sei das Verfahren ein Novum, weil alle Frequenzen versteigert würden, andererseits sei der Entscheid sehr wichtig für die Zukunft der Telekomanbieter. Sicher seien auch nicht alle einverstanden mit dem Auktionsverfahren.

Die ComCom werde sich sorgfältig mit der Kritik auseinandersetzen und anschliessend ihre Schlüsse ziehen. Jedoch sei sich die ComCom keiner Unzulänglichkeiten bei der Ausschreibung bewusst. Wegen des laufenden Verfahrens machte Bär keine Angaben zum Inhalt der Bemerkungen und der Kritik. Allerdings störte sich Orange schon letzten November daran, dass alle Frequenzen versteigert und nicht die bisherigen GSM- und UMTS-Frequenzen einfach verlängert werden. Und Sunrise kritisierte damals die Mindestpreise als zu hoch. Der Bundeskasse wird die Vergabe aller Frequenzblöcke nur schon zum Mindestpreis Einnahmen von 637 Mio. Fr. bescheren.

Kein unmittelbarer Zeitdruck

Die Firmen werden am 28. Februar eingeladen, um Aspekte im Zusammenhang mit der Auktion zu vertiefen, damit sich die ComCom eine Meinung bilden kann, sagte Bär. Wegen der langfristigen Planung sieht die ComCom trotz der Verzögerung keinen unmittelbaren Zeitdruck. Erst Ende 2013 laufen als erste die GSM-Konzessionen aus. (sda/red.)

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