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Mobil zahlen ist noch kein Renner

Seit gut drei Monaten können Konsumenten mit Apple-Geräten mobil bezahlen. Apple Pay konkurrenziert die Schweizer Lösung Twint, die im Januar frisch startet. Doch wichtig sind auch Mehrwerte.
Thomas Griesser Kym
Mobiles Bezahlen an einem Terminal, das die Funktechnik NFC unterstützt. (Bild: PD)

Mobiles Bezahlen an einem Terminal, das die Funktechnik NFC unterstützt. (Bild: PD)

Vor allem in der Deutschschweiz und hier am tüchtigsten in Zürich wird Apple Pay genutzt. Das ist die Bilanz nach den ersten 100 Tagen, in denen hierzulande die mobile Bezahllösung Apples in Betrieb ist. Weitere Befunde der Untersuchung des Kreditkartenherausgebers Bonuscard.ch (siehe Grafik): Zwei Drittel der aktiven Nutzer sind Männer, und sie stehen für 90% der mobilen Zahlungen. Knapp jede zweite Transaktion betrifft Einkäufe für relativ geringe Beträge zwischen 10 und 50 Fr., und am weitaus intensivsten verwendet wird Apple Pay in Lebensmittelläden.

Laut Bonuscard nutzen mittlerweile «etliche tausend Kunden» täglich das mobile Bezahlen mit dem Smartphone. Pro Woche steige die Zahl der Registrierungen im Schnitt um 14%, nachdem es in den ersten Wochen nach dem Start noch 35% waren. Und auch die Zahl der Transaktionen pro Gerät nehme zu. Der grosse Renner ist Apple Pay aber noch nicht. Zwar wurden als Partner die beiden grössten Kreditkartenfirmen Mastercard und Visa gewonnen, doch in der Schweiz ermöglichen es erst zwei Kreditkartenherausgeber, die Karte bei Apple Pay zu hinterlegen: Die Cornèr-Bank-Gruppe, zu der neben Bonuscard.ch, die Visa herausgibt, auch Cornèrcard gehört, sowie Swiss Bankers (Prepaid-Kreditkarten).

Kampf der Systeme

Andere Kreditkartenherausgeber zieren sind, so zum Beispiel UBS, Swisscard, an der die Credit Suisse (CS) beteiligt ist, oder Viseca, hinter der unter anderem Raiffeisen und die Kantonalbanken stehen. Das ist kein Wunder: UBS, CS, Raiffeisen und die Zürcher KB forcieren gemeinsam mit Postfinance, Coop, Migros, Swisscom und der Schweizer Finanzplatz-Infrastrukturbetreiberin SIX Twint. Diese Schweizer Bezahllösung entsteht aus der Fusion der beiden Systeme Paymit und Twint und soll nach einer Testphase «Anfang 2017» ausgerollt werden. Klar ist, dass die Macher von Twint ihre Lösung im Vorfeld nicht selber von Apple Pay konkurrenzieren lassen wollen. Viseca zum Beispiel hat auf Anfrage einen Satz zum Thema parat: «Viseca Card Services SA bietet als Kartenherausgeberin ihrer Aktionärs- und Partnerbanken derzeit keine Zahlungen mit Apple Pay an.»

Bank Linth dockt bei Apple Pay an

Welches System schliesslich die Nase vorn hat, ist unklar, zumal später auch weitere Anbieter wie Samsung oder Microsoft auf den Markt drängen könnten. Der Vergleichsdienst Comparis sieht Apple im Vorteil. Zum einen sei Apple mit einem Schweizer Anteil von 54% aller Smartphones (Apple Pay ist nur auf Apple-Geräten nutzbar) «als Schwergewicht in den Ring» gestiegen, zum anderen rechnet Comparis damit, dass sich Apple Pay laufend weitere Banken anschliessen. Als Vergleich dienen die USA: Dort sei der Dienst 2014 mit sechs Banken gestartet, heute seien es rund 2500. Ein Schweizer Institut ist heute dazugekommen: Als laut eigenen Angaben «erste Regionalbank» bietet die Ostschweizer Bank Linth Apple Pay für Kreditkarten an, dies dank langjähriger Zusammenarbeit mit Cornèrcard. Wer Apple Pay hat, kann überall bezahlen, wo kontaktloses Zahlen mit der Funktechnik NFC möglich ist, auch im Ausland. In der Schweiz geht das bereits an über 100 000 oder über 60% aller Zahlterminals – auch bei Coop und Migros.

Twint zeigt sich gelassen und verweist auf «Mehrwerte, die direkt in den Zahlungsprozess integriert werden können», wie Coupons, Kundenkarten oder bestellen & abholen. Experten halten das für zentral: Denn mit einer App nur für mobiles Bezahlen sei es nicht getan. Vielmehr müsse der Kunde dank der Lösung auch rascher, bequemer und besser informiert einkaufen können. Das wissen auch die SBB – und lancieren am 1. November ihre neue App. Diese verspricht Billettkauf mit zwei Klicks, einfachere Fahrplanabfrage und Infos bei Verspätungen, Zugausfällen usw.

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