Mittelfristziele
Arbonia zeigt Zuversicht und strebt kontinuierliches und profitables Wachstum an – auch das Aktionariat soll profitieren

Jedes Jahr eine Schippe drauflegen, das will der Gebäudezulieferer beim Umsatz und bei der Dividende. Und die Geschäfte sollen gut rentieren. Bei den Investitionen will Arbonia künftig mit weniger grosser Kelle anrichten.

Thomas Griesser Kym
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Alexander von Witzleben, Chef der Arbonia, hat das Unternehmen restrukturiert und modernisiert.

Alexander von Witzleben, Chef der Arbonia, hat das Unternehmen restrukturiert und modernisiert.

Bild: Andrea Stalder (Arbon, 20. Februar 2021)

Ein organisches Umsatzwachstum von jährlich im Durchschnitt über 5 Prozent: Das strebt der Gebäudezulieferer Arbonia für die Jahre 2022 bis 2026 an. Zudem geht der Arboner Konzern davon aus, dass im Jahr 2026 das Betriebsergebnis auf Stufe Ebitda in der Grössenordnung von 200 Millionen Franken zu liegen kommt. Zum Vergleich: 2020 betrug es 116 Millionen (ohne die mittlerweile verkaufte Fensterdivision). Für den Umsatz werden gut 1,5 Milliarden Franken in Aussicht gestellt.

Diese neuen Mittelfristziele hat die von Alexander von Witzleben geführte Arbonia am Dienstag anlässlich ihres Capital Markets Day im Werk ihres deutschen Kermi-Standorts Plattling publiziert. Kontinuierlich anheben und dies stärker als bisher geplant will der Konzern die Dividende. Diese soll ab dem Geschäftsjahr 2022 jährlich um 15 Prozent (bisher geplant 10 Prozent) erhöht werden.

Aufwärtstrend hat sich fortgesetzt

Den finanziellen Zielen legt Arbonia die Annahme eines stabilen Marktumfelds, beständiger Beschaffungsmärkte und stabiler Wechselkurse zugrunde. Auch allfällige Akquisitionen sind nicht eingeschlossen.

Über das laufende Geschäftsjahr 2021 schreibt Arbonia, im dritten Quartal seien die Geschäfte «weiterhin positiv» verlaufen, nicht zuletzt auch dank vorgenommener Preiserhöhungen. Auf der Kehrseite stünden aber hohe Materialpreise und selektive Versorgungsengpässe. Für ganz 2021 strebt Arbonia laut früheren Angaben ein organisches Umsatzwachstum von 8 Prozent und eine Ebitda-Marge von 11,5 Prozent an.

Mehrere hundert Millionen investiert

Arbonia geht auch auf ihr laufendes Investitionsprogramm ein. Allein in den vergangenen vier Jahren hat das Unternehmen rund 450 Millionen Franken investiert. Gegenwärtig ist der grösste Brocken die letzte Etappe zur Kapazitätserweiterung der Türenfertigung am deutschen Prüm-Standort in Weinsheim.

Ab 2023 jedoch werden sich laut Arbonia die Erhaltungs- und Wachstumsinvestitionen «massgeblich» und «schrittweise» reduzieren und sich ab 2025 in einem Zielband von 4 bis 5 Prozent des Umsatzes bewegen.

Wärmepumpen statt Flachheizkörper

Seit dem Verkauf des Fenstergeschäfts gliedert sich Arbonia in die beiden Divisionen Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik (HLK) und Türen. Im HLK-Geschäft erarbeitete Arbonia 2015 noch drei Viertel des Umsatzes mit herkömmlichen Produkten wie Flachheizkörpern und erst ein Viertel mit Wachstumsprodukten wie Wärmepumpen, Fussbodenheizungen, Lüftungsgeräten oder Gebläsekonvektoren.

Mittlerweile ist dieses Verhältnis ausgewogen und bis 2026 sollen Wachstumsprodukte über 60 Prozent der Verkäufe ausmachen. Unter anderem baut Arbonia in Tschechien ein neues Wärmepumpenwerk. Das soll bis 2024 die Produktionskapazität von aktuell 3000 auf bis zu 20'000 Wärmepumpen pro Jahr erweitern.

Die Türenfabrikation wird schneller erweitert als zunächst geplant

Türenproduktion der Arbonia-Tochter Prüm am deutschen Standort Weinsheim.

Türenproduktion der Arbonia-Tochter Prüm am deutschen Standort Weinsheim.

Bild: PD

Die HLK-Division soll 2026 einen Umsatz von rund 800 Millionen Franken erreichen und eine Ebitda-Marge von über 12,5 Prozent. Bei den Türen strebt Arbonia 725 Millionen Franken Umsatz und eine Marge von über 15 Prozent an. Die Division baut ihre Kapazität schneller aus als ursprünglich geplant, von 2,1 Millionen Türen im Jahr 2017 auf aktuell 2,6 Millionen und 3,4 Millionen ab 2024.

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