Mit positiven Aussichten in den Herbst

Börsenspiegel

Marco Raith
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Unterstützt von der US-Notenbank Fed hat sich die steigende Tendenz der Obligationenrenditen der Vorwochen fortgesetzt. Denn obwohl die Fed vergangene Woche den Leitzins erwartungsgemäss unverändert liess, geht das Exit-Experiment aus der Tiefzinspolitik in die nächste Runde. Wie im Vorfeld auf breiter Front erwartet, haben die amerikanischen Währungshüter den Start zur Reduktion der Notenbankbilanz per Oktober bekanntgegeben. Noch stärker im Fokus standen aber die Prognosewerte zum künftigen US-Zinsverlauf, die aktuell ziemlich geschlossen auf eine weitere Erhöhungsrunde im Dezember hinweisen. Auch die Fed selbst führt ins Feld, dass das Wirtschaftswachstum und der Arbeitsmarkt in einer Verfassung sind, die weiterhin eine leichte Zinserhöhung erlauben.

An den Aktienmärkten wurden die leicht höheren Zinsen bisher gut verdaut. Aufgefallen ist die weiterhin anhaltend hohe Nachfrage nach Titeln der Schweizerischen Nationalbank (SNB), deren Kursgewinn im Jahresverlauf bei 150 Prozent liegt. Im Fokus bleibt auch Clariant, nachdem White Tale, ein aktivistischer Investor, der rund 15 Prozent der Clariant-Aktien hält, die angekündigte Fusion zwischen dem Basler Chemiekonzern und dem US-Unternehmen Huntsman zu verhindern versucht hat. Clariant dürfte jedoch genügend Aktionäre für die Fusion hinter sich bringen und der Aktienkurs mit der Perspektive auf Grössenvorteile und eine erhöhte Präsenz in den USA und in Asien gut unterstützt bleiben.

Gold vom Gewinner zum Verlierer

Im Gegenzug bleibt das Gold weiterhin unter Druck und setzt die seit Mitte Monat eingeschlagene Abwärtstendenz fort. Interessant ist, dass sich einmal mehr die negative Korrelation zum US-Dollar zeigt, nachdem das Gold zuvor nicht nur vom schwachen Dollar profitierte, sondern auch von seiner Funktion als sicherer Hafen bei geopolitischen Spannungen.

Im Kontrast zur Fed stehen die Währungshüter in der Eurozone noch immer auf der Bremse. Eine Reduktion der Anleihenkäufe ab kommendem Jahr dürfte erst am Oktobermeeting der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlossen werden. Der Grund für die Zurückhaltung liegt unter anderem im erstarkten Euro. Dagegen würden die robusten Konjunkturdaten eine baldige Reduktion der Anleihenkäufe nahelegen. Auch in den kommenden Wochen dürfte sich das solide Konjunkturbild in der Eurozone bestätigen. Klarheit schaffen werden die Indikatoren von Konjunkturforschern, deren Standortbestimmungen anstehen und die Erholung der Vormonate bestätigen dürften.

Marco Raith

Investment Office

Raiffeisen Schweiz