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Mit Expeditionsreisen zum Erfolg:
Rekordergebnis für Knecht Reisen

Allen Umweltbedenken zum Trotz: Knecht Reisen blickt auf das beste Ergebnis seiner Geschichte zurück. Die Beratung in den Filialen werde wieder mehr geschätzt. Dass in der Klimadebatte oft der Tourismus an den Pranger gestellt werde, stört den Chef.
Benjamin Weinmann
Besonders gefragt: Bären auf Eisschollen. Touristen fotografierten gestern Eisbären bei Spitzbergen. (Bild: Bryan and Cherry Alexander/Keystone)

Besonders gefragt: Bären auf Eisschollen. Touristen fotografierten gestern Eisbären bei Spitzbergen. (Bild: Bryan and Cherry Alexander/Keystone)

Der Reiseanbieter Knecht-Reisen erzielte 2018 mit 209 Millionen einen neuen Rekordumsatz. Im Vergleich zum Vorjahr ist es ein Plus von 1,9 Prozent. Damals hatte das Aargauer Unternehmen, das in Luzern an der Alpenstrasse präsent ist, erstmals die 200-Millionen-Marke geknackt. «Wir sind sehr zufrieden mit diesem Resultat», sagt Gruppenchef Roger Geissberger. Genaue Gewinnzahlen nennt man keine.

«Aber wir gehören sicher zu den profitabelsten Schweizer Reisefirmen.» Knecht ist mit seinen rund 100000 Kunden und 30 Filialen hierzulande der viertgrösste Reiseveranstalter hinter TUI, Kuoni und Hotelplan, deren Badeferienprodukte Knecht ebenfalls vermittelt.

Die Rückkehr in die Reisebüros

Der Verkauf von Kreuzfahrten konnte 2018 am stärksten zulegen. «Besonders gefragt waren Expeditionsschifffahrten in die Arktis und Antarktis, um Eisschollen, Gletscher oder Orca-Wale und Pinguine aus nächster Nähe zu sehen», sagt Geissberger. Häufig gebucht wurden auch Trips nach Südamerika und nach Südafrika. Shaqiri, Sommer und Co. halfen ebenfalls: Die auf Osteuropa spezialisierte Kira Reisen – eine von insgesamt 21 Marken von Knecht – profitierte von der Fussball-WM in Russland, an die viele Nati-Fans pilgerten. Dafür reisten etwas weniger Kunden nach Nordamerika sowie Neuseeland und Australien. Geissberger sieht verschiedene Gründe für das gute Ergebnis: «Einerseits haben wir viel in die Aus- und Weiterbildung des Personals investiert, um einen guten Service und Mehrwert gegenüber der Onlinebuchung zu bieten.» Andererseits beobachte er eine Rückbesinnung. «Viele Kunden, die in den letzten Jahren nur noch online buchten, kehren in die Reisebüros zurück.» So manchen sei klar geworden, dass sie im Falle eines Vulkanausbruchs, eines Terroranschlags oder eines Groundings besser abgesichert sind, wenn sie bei einem Reisebüro buchen statt auf eigene Faust. Gleichzeitig habe man davon profitiert, dass man nur beschränkt im Massengeschäft mit Badeferienarrangements und Charterflügen tätig sei, so wie die drei Grossen. Diese hatten zuletzt die Groundings wie von Air Berlin oder Germania zu spüren bekommen. Knecht Reisen hingegen verkauft in erster Linie Tickets auf Linienflügen.

2018 kann Knecht Reisen erfolgreich abhaken. Doch über der Branche sind dieses Jahr dunkle Wolken aufgezogen. Die Klimadebatte hat an Bedeutung gewonnen, der Zorn der Protestierenden zielt auf die Reiseindustrie.

Fliegen soll wieder teurer werden

«Ob wegen Greta oder nicht, aber per Ende April liegen die Buchungen 1,9 Prozent unter Vorjahr», sagt Marcel Gehring, Chef von Knecht Reisen. Wie die ganze Branche sei er etwas verunsichert. «Die Klimadiskussion hat bestimmt einen Effekt auf die Buchungen, nur wissen wir noch nicht, wie gross dieser ist.» Die Zahlen für Kreuzfahrten und Australien-Reisen seien auch 2019 über Vorjahr, Heliskiing sei leicht im Minus.

Für die Klimadebatte habe er Verständnis, sagt Geissberger. Doch störe ihn, dass oft nur der Tourismus an den Pranger gestellt werde. Knecht sei schon länger bemüht, die Kunden auf Öko­aspekte und die Möglichkeit hinzuweisen, Treibhausgase über Myclimate und eigene Nachhaltigkeitsprojekte zu kompensieren. Dennoch versuche man, noch aktiver zu werden, gewisse Programme zu überdenken und klimafreundliche Hotels in Prospekten noch stärker hervorzuheben. Klar sei, dass das Fliegen wieder teurer werden müsse, sagt Geissberger. «Sollte dies mit einer Ticketsteuer gesetzlich geregelt werden, wäre das für mich absolut in Ordnung.» Allerdings rechnet er mit Umgehungen: Wenn nur die Schweiz eine Klimasteuer erhebe, würden viele im Ausland billigere Tickets kaufen – auch solche, die heute laut nach einer Klimasteuer schreien. Die Knecht-Gruppe gehört zur Knecht Holding – ebenso wie die Umzugsfirma Welti+Furrer und das Busunternehmen Eurobus.

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