Mit einer Stimme sprechen

Das Erfolgsmodell Schweiz soll besser gemacht werden. Innovationen, glückliche Angestellte und weniger Regulierung waren Lösungsvorschläge am 22. Rheintaler Wirtschaftsforum.

Stefan Borkert
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Christoph Bosshard nimmt von Stefan Frei den Preis entgegen. (Bild: Urs Bucher)

Christoph Bosshard nimmt von Stefan Frei den Preis entgegen. (Bild: Urs Bucher)

WIDNAU. Politik, Gesellschaft und Wirtschaft müssen wieder zusammenspielen und weniger gegeneinander, darin waren sich die Referenten am Rheintaler Wirtschaftsforum (Wifo) einig. Dass die Wirtschaft dabei ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen muss und, dass die Politik für gute Rahmenbedingungen zu sorgen hat, auch darin herrschte Einigkeit.

Leistungslohn vergessen

Glücksforscher Bruno S. Frey von der Universität Basel sieht noch Potenzial bei der Mitarbeiterführung in den Unternehmen. «Glücklichere Beschäftigte sind grundsätzlich gesünder, kreativer und haben eine höhere Arbeitsbereitschaft als andere.» Frey rief den anwesenden Unternehmern und Kaderleuten zu: «Vergessen Sie dieses Leistungslohnzeugs.» Die Leute würden dann nur noch auf das Geld schauen. Viel wichtiger sei es, den Mitarbeitern mehr Freiräume, mehr Autonomie zu geben und ihren Leistungen mehr Anerkennung, zu zollen. Auch dadurch könnten die Schweizer Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil ziehen und mit noch mehr Innovation gegenüber der Konkurrenz punkten. Und den Führungskräften diktierte er ins Pflichtenheft, dass sie auf die 95% Angestellten schauen sollen, die richtig gut arbeiten, und nicht auf die 5%, die mehr Autonomie vielleicht ausnutzen. Auf die glückliche Belegschaft gingen die Folgeredner allerdings nicht mehr ein.

Bessere Rahmenbedingungen

Bruno S. Gehrig, Präsident des Swiss-Verwaltungsrates, zeigte die der Flugbranche immanenten Probleme auf. Er war sich mit Josef Ackermann, dem ehemaligen Deutsche-Bank-Chef einig, dass die Rahmenbedingungen für Unternehmen noch verbessert werden können, um Innovationen zu ermöglichen. Ackermann forderte eine Regulierungsbegrenzung seitens des Staates. Er nahm aber auch die Gesellschaft und die Wirtschaft mit in die Verantwortung. Und ausserdem müsse die Wirtschaft wieder mehr mit einer Stimme sprechen.

Swissmem-Präsident Hans Hess, der für Bundesrätin Doris Leuthard eingesprungen war, stimmte dem zu. Er lobte aber auch die Innovationskraft der Unternehmen, mit der sie dem Frankenschock und den Krisen in der Welt begegnen.

Susanne Wille moderierte das 22. Rheintaler Wirtschaftsforum in Widnau, an dem mehr als 750 Personen teilgenommen haben. (Bild: Urs Bucher)

Susanne Wille moderierte das 22. Rheintaler Wirtschaftsforum in Widnau, an dem mehr als 750 Personen teilgenommen haben. (Bild: Urs Bucher)

Michel Jüstrich Nahrin AG (Bilder: Urs Bucher)

Michel Jüstrich Nahrin AG (Bilder: Urs Bucher)

Marco Huwiler St. Galler Stadtwerke (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Marco Huwiler St. Galler Stadtwerke (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Thomas Gall Asgal Informatik GmbH (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Thomas Gall Asgal Informatik GmbH (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Rocco Lisi Züco Bürositzmöbel AG (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Rocco Lisi Züco Bürositzmöbel AG (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Francesca Trenti Flugplatz Altenrhein (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Francesca Trenti Flugplatz Altenrhein (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

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