SYMPOSIUM
Mit digitalen Mitteln gegen die Pandemie

Die Pandemie hat die Digitalisierung beschleunigt. Die digitale Technologie kann auch helfen, die Auswirkungen zu mildern, wie besonders Beispiele aus Asien zeigen.

Kaspar Enz
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Auch digitale Patientenakten halfen Taiwan bei der Bekämpfung der Pandemie.

Auch digitale Patientenakten halfen Taiwan bei der Bekämpfung der Pandemie.

Bild: Keystone

Die digitale Revolution schreitet unaufhaltsam voran. Die globale Pandemie hat sie noch beschleunigt. Doch die neuen Technologien sind auch in der Kritik. Man sorgt sich um Datenschutz und Sicherheit, die Verbreitung von Falschinformationen oder die Macht der Technologiegiganten. Auch die Technologie sehe sich einem Vertrauensverlust gegenüber, sage Dominic Barton, der kanadische Botschafter in China.

Digitalisierung kann Gutes tun

Microsoft-CEO Satya Nadella

Microsoft-CEO Satya Nadella

Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller

Er hatte am diesjährigen St.Gallen Symposium schon einige Diskussionsrunden geleitet. Gestern Nachmittag, kurz vor Abschluss der Veranstaltung, hiess sein Gesprächspartner Satya Nadella. Der CEO des Softwarekonzerns Microsoft räumte zwar Schattenseiten ein. «Wenn man es richtig macht, können digitale Technologien viel gutes bringen.» Das habe man gerade während der Pandemie gesehen. «Wäre sie ein paar Jahre früher gekommen, wären die Auswirkungen viel schlimmer gewesen», sagt er. Dank Cloud-Technologien und Apps wie Teams oder Zoom habe ein grosser Teil der Wirtschaft trotz Corona weiter arbeiten können.

Damit leisteten auch Unternehmen ihren Beitrag. «Unternehmen verdienen dann Erfolg, wenn sie profitable Lösungen für Probleme finden», sagte der Microsoft-Chef.

Digitale Technologien wurden bei der Bekämpfung der Pandemie auch von Staaten eingesetzt. Erfolgreich war man damit gerade in Asien. Das ergab eine Diskussionsrunde über Digitalisierung für Regierungen etwas früher am Tag.

Mit E-ID gegen die Pandemie

Taiwans Digitalministerin Audrey Tang

Taiwans Digitalministerin Audrey Tang

Bild: PD

Ein Vorteil Taiwans sei die nationale PTT-Plattform gewesen, sagt die taiwanesische Digitalministerin Audrey Tang. Das System ähnle sozialen Medien. Darüber habe man Nachrichten über das Virus verbreiten können - aber auch vieles erfahren. Geholfen habe auch die digitalen Patientenakten und Datenbanken, die das Gesundheitssystem bereits kennt, sowie die Analyse von Mobilfunkdaten. Das habe die Rationierung von Masken oder das Contact Tracing früh ermöglicht. «Wir hatten in Taiwan nie einen Lockdown», sagte Tang.

Nandan Nilekani, Gründer von Infosys

Nandan Nilekani, Gründer von Infosys

Bild: PD

Auch in Indien habe das digitale Identitätssystem Aadhar in der Pèandemie geholfen, sagte Nandan Nilekani, Gründer des IT-Unternehmens Infosys. Nicht zuletzt habe man darüber auch Unterstützungsleistungen an diejenigen abwickeln können, die in der Pandemie nicht arbeiten konnten. In armen Ländern wie Indien bleibe ein Problem aber bestehen. «In Indien gibt es immer noch viele Analphabeten und Menschen, die kein Handy haben. Sie bleiben von diesen Vorteilen ausgeschlossen», sagt Nilekani. Dieses Problem müsse dringend angegangen werden. (ken)

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