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Mit Angriffen wird gerechnet

Die Zahlen sind alarmierend. 90 Prozent der Schweizer Unternehmen glauben nicht, dass ihre Daten sicher sind. Bei Ostschweizer High-Tech-Firmen sieht das anders aus. Sie legen viel Wert auf den Schutz ihrer Firmendaten.
Stefan Borkert
Die digitale Vernetzung erfordert einen immer stärkeren Schutz der Firmendaten. (Bild: Sonja Novak/fotolia)

Die digitale Vernetzung erfordert einen immer stärkeren Schutz der Firmendaten. (Bild: Sonja Novak/fotolia)

Die Industrie 4.0 lebt von Vernetzung und Datenaustausch. Schlagzeilen von Hackerangriffen auf Unternehmen liest man auch deshalb immer öfters. Manchmal ist es im Hinblick auf den Schutz der Firmendaten eher harmlos, wie im Fall der Thurgauer Firma Nüssli, als lediglich die Internetseite betroffen war. Andere Unternehmen, wie die Kreuzlinger Mowag als Rüstungsbetrieb, nehmen richtig Geld in die Hand für den Schutz ihrer Daten. Mowag-Chef Oliver Dürr sagt: «Datensicherheit ist in unserem Bereich ein zentrales Thema mit extrem hohen Anforderungen, in das wir auch sehr viel investieren.» Dürr betont weiter, man habe verschiedenste Massnahmen getroffen, um Angriffe und Manipulation von aussen sowie von innen zu verhindern. «Details können wir hierzu verständlicherweise nicht nennen.»

Hacker könnte Produktion von aussen nicht stilllegen

Der Technologiekonzern Bühler in Uzwil setzt auf dieselben Sicherheitsstandards wie die Banking-Industrie. Technologie-Chef Ian Roberts ergänzt: «Bei der Datensicherheit machen wir keine Abstriche. Wir nehmen dieses Thema sehr ernst und richten unsere Systeme danach aus.» Das Thema ist heikel, und die Auskünfte fallen eher einsilbig aus. Klaus Bachstein, Geschäftsleiter der Druckmaschinenherstellerin Gallus Group, ist da eher eine Ausnahme. Angst vor Datenklau hat er keine: «Die Entwicklung unserer Lösungen beinhaltet integral auch den Schutz der Daten, nicht nur die Vernetzung. Zudem trennen wir den Automationsteil konsequent vom Datenteil.» Hacker könnten so die Produktion nicht stilllegen. Ausserdem seien die Maschinen von aussen nur durch einen verschlüsselten Datentunnel erreichbar. «Zudem ist jede Maschine mit einer Firewall ausgerüstet. Selbst wenn es einem Hacker gelingen sollte, auf eine Gallus-Maschine zuzugreifen, könnte er keinen Schaden anrichten, da die eigentliche Steuerung von aussen nicht manipulierbar ist.» Der Schutz von innen basiere auf ähnlichen technischen Lösungen, habe aber eher zum Ziel, das System vor irrtümlichen Eingriffen zu schützen als vor manipulativem Zugriff. «Selbstverständlich ist das Datensystem nur für zertifizierte Mitarbeitende zugänglich, und jeder Eingriff wird protokolliert», sagt Bachstein.

Datensicherheit ist ein ungelöstes Schlüsselthema

Die Heerbrugger SFS gehört zu jener Hälfte Unternehmen, die über ausgeklügelte Sicherheitsrichtlinien verfügen. Unternehmenssprecher Claude Stadler betont: «Wir führen regelmässig Tests mit externen Sicherheitsexperten durch.» Ziel sei es, Kundenlösungen, die auf Internetverbindungen basieren, von aussen zu attackieren, um mögliche Schwachstellen aufzuzeigen. Auch mögliche Manipulationen von Mitarbeitern würden sehr ernst genommen. «Durch ausgereifte Berechtigungsmechanismen und IKS-Prozesse (Internes Kontrollsystem) können wir einen hohen Schutz der Businessdaten sicherstellen.» Doch längst nicht alle Unternehmen nehmen die Datensicherheit so ernst. Und auch solche, die es tun, machen sich Sorgen. Oliver Vietze, Chef der Frauenfelder Sensorenherstellerin Baumer, sagt, dass Datensicherheit definitiv ein zentrales noch nicht gelöstes Schlüsselthema sei. «Ich bin überzeugt, dass wir heute dem Thema noch zu wenig Aufmerksamkeit beimessen. Am Schluss ist der Mensch wieder das grösste Risiko.»

Diese Ansicht wird durch eine Studie über das Risiko von Datenklau in Unternehmen bestätigt. Die NTT Security Switzerland AG publizierte die Ergebnisse dieses Frühjahr. Der Bericht zeigt, dass in vielen Unternehmen zu wenig für die Datensicherheit getan wird.

Zentrales Ergebnis des «Risk:Value-Reports» ist, dass 90% der befragten Schweizer Unternehmen damit rechnen, künftig Opfer einer Sicherheitsattacke zu werden. Überhaupt nur 2% sind der Meinung, dass sie dies komplett ausschliessen können. Nach Schätzung der Befragten belaufen sich die Kosten für die Wiederherstellung der durch eine Sicherheitsverletzung verlorenen Daten im Schnitt auf über 380 000 Franken. Allein den Umsatzverlust taxieren die Unternehmen auf 12%.

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