Mini-Lösung bei Maxi-Problem für Italiens Banken

ROM. Es geht um eine gewaltige Menge Geld: Auf über 200 Mrd. € haben sich die notleidenden Kredite in den Bilanzen der italienischen Banken während der Wirtschaftskrise erhöht. Zählt man ausserdem die nur «gefährdeten» Kredite dazu, sind es sogar 350 Mrd.

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ROM. Es geht um eine gewaltige Menge Geld: Auf über 200 Mrd. € haben sich die notleidenden Kredite in den Bilanzen der italienischen Banken während der Wirtschaftskrise erhöht. Zählt man ausserdem die nur «gefährdeten» Kredite dazu, sind es sogar 350 Mrd. € oder fast 18% des gesamten Kreditvolumens. Die Altlasten hindern die Banken bei der Vergabe neuer Kredite und bremsen damit das Wirtschaftswachstum. Sie müssten deshalb dringend entsorgt werden.

Risikoärmste Teile auslagern

Für das Maxi-Problem ist nun eine Mini-Lösung gefunden worden: Italiens Finanzminister Pier Carlo Padoan und EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager haben sich auf ein Garantieprogramm verständigt, bei welchem die Banken wenigstens den risikoärmsten Teil ihrer notleidenden Kredite in Auffanggesellschaften auslagern können. Statt, wie von der Regierung Renzi zunächst vorgesehen, eine einzige «Bad Bank» zu schaffen, sollen die Banken nun alleine oder zusammen mit anderen Kreditinstituten eigene kleine Auffanggesellschaften einrichten.

Keine Steuergelder

Oder anders ausgedrückt: Statt einer einzigen Grossdeponie, auf der alle faulen Kredite landen, sollen nun mehrere kleinere Entsorgungshöfe entstehen, wo die giftigen Ausleihungen getrennt recycelt werden. Die ausgelagerten Kredite werden verbrieft, also handelbar gemacht, und mit einer staatlichen Ausfallgarantie versehen, damit sie leichter verkauft werden können.

Für die Staatsgarantie müssen die Banken dem Finanzministerium einen «Marktpreis» entrichten, was zumindest auf dem Papier dazu führt, dass keine Steuergelder beansprucht werden. Somit erfüllt Italien einen der zentralen Punkte, die von der EU-Kommission gefordert wurden. (str)

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