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Sinkende Kurse führen zu Milliardenverlust der Nationalbank

Der Einbruch der Aktienmärkte im Schlussquartal 2018 zieht das Jahresergebnis des Noteninstituts nach unten. Die Ausschüttung an Bund und Kantone bleibt ungefährdet.
Daniel Zulauf
Kursverluste wie hier in New York wirken sich negativ auf das Portefeuille der SNB aus. (Bild: Seth Wenig/AP; 24. Dezember 2018)

Kursverluste wie hier in New York wirken sich negativ auf das Portefeuille der SNB aus. (Bild: Seth Wenig/AP; 24. Dezember 2018)

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im vergangenen Jahr einen Milliardenverlust in zweistelliger Höhe erlitten. Zwar wird das Noteninstitut das vorläufige Ergebnis erst am kommenden Mittwoch veröffentlichen. Doch die wesentlichen Eckwerte lassen sich aufgrund der Entwicklungen der Finanzmärkte im vierten Quartal bereits einigermassen zuverlässig voraussagen.

Auf dem Aktienbestand ergaben sich hohe Verluste, die nur etwa zur Hälfte durch Bewertungsgewinne auf dem Goldbestand sowie dem grossen Bestand an Schuldpapieren in fremden Währungen wettgemacht wurden. In vergleichsweise engen Grenzen hieltedn sich die Wechselkursverluste. Der Euro erfuhr im Schlussquartal des Jahres zwar eine weitere Abwertung um rund ein Prozent auf unter 1,13 Franken. Doch der für die SNB-Rechnung fast ebenso wichtige Dollarkurs blieb im Vergleich zum Franken stabil.

Gesamtverlust von gegen 14 Milliarden Franken

Insgesamt dürfte die SNB einen Quartalsverlust von rund sechs Milliarden Franken erlitten haben. Nach dem Verlust von 7,8 Milliarden Franken aus den ersten neun Monaten des Jahres könnte das Minus für das Gesamtjahr somit gegen 14 Milliarden Franken erreichen. Allerdings hatte die SNB im Jahr 2017 einen Rekordgewinn von 54 Milliarden Franken eingefahren. Der Topf für die jährlichen Ausschüttung an die öffentliche Hand bleibt gut gefüllt. Bund und Kantone werden auch heuer mit einem Zustupf von zwei Milliarden Franken rechnen können.

Den stärksten Einfluss auf das SNB-Quartalsergebnis hatte der Einbruch der Aktienmärkte. Gemessen am MSCI Weltindex büssten diese von Anfang Oktober bis Ende Dezember über 13 Prozent an Wert ein. Die SNB hat etwa einen Fünftel ihrer Fremdwährungspositionen von insgesamt rund 775 Milliarden Franken (Stand Ende November) in ausländische Beteiligungspapiere investiert. Dementsprechend musste sie auf diesen Anlagen im Schlussquartal einen Bewertungsverlust von schätzungsweise 20 Milliarden Franken hinnehmen.

Umgekehrt verzeichnete das Institut auf dem Bestand an festverzinslichen Anlagen in Fremdwährungen stattliche Kursgewinne. Die politischen und konjunkturellen Unsicherheiten, die zum Einbruch der Aktienmärkte führten, wirkten sich nämlich dämpfend auf die Erwartungen der Investoren über die künftige Zinsentwicklung aus. Dies liess die Renditen von Anleihen in den für die SNB wichtigsten Kapitalmärkten sinken beziehungsweise die Kurse der Schuldpapiere steigen.

Am ausgeprägtesten war dieser Effekt in den USA zu beobachten, aber auch in der Eurozone bewegten sich die Kurse der Anleihen nach oben. Die SNB hat vier Fünftel ihrer Fremdwährungsanlagen in Anleihen investiert. Mehr als zwei Drittel des Portefeuilles besteht aus Staatsanleihen von hoher und höchster Qualität. Auch der unveränderte Goldbestand der SNB hat sich in den drei letzten Monaten des Jahres um 3,3 Milliarden Franken aufgewertet und damit geholfen, den Schaden im Aktienportefeuille zu begrenzen.

Frage nach der Höhe der Ausschüttung

In der Ausschüttungsreserve lagen Ende September noch 67,8 Milliarden Franken. Nach Abzug des geschätzten Jahresverlustes und zuzüglich der jährlichen Rückstellung zur Deckung bilanzieller Schwankungsrisiken von rund fünf Milliarden Franken dürften in dem Topf also noch fast 50 Milliarden Franken verbleiben. Solange mehr als 20 Milliarden in dem Topf liegen, haben Bund und Kantone Anspruch auf eine jährliche Ausschüttung von zwei Milliarden Franken, wobei zwei Drittel an die Kantone und ein Drittel an den Bund verteilt werden.

Die Frage um die richtige Höhe der Ausschüttung ist mit dem letztjährigen Verlust also nicht vom Tisch. Im Jahr 2020 müssen Bund und SNB unter Anhörung der Kantone eine neue Ausschüttungsvereinbarung aushandeln. Sollte der Topf bis dann wieder anschwellen, dürften Forderungen nach höheren Ausschüttungen laut werden.

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