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Milliardenstrafe für Odebrecht

Korruption Ein US-Gericht hat den brasilianischen Grosskonzern Odebrecht wegen eines Schmiergeldskandals verurteilt. Insgesamt muss das Unternehmen wegen Bestechung von Regierungsfunktionären 2,6 Mrd. $ bezahlen. Mit 2,4 Mrd. $ geht der Grossteil der Strafe, die im Rahmen eines Vergleichs mit den Justizbehörden mehrerer Länder festgelegt worden ist, nach Brasilien. 116 Mio. $ fliessen in die Schweizer Bundeskasse und 93 Mio. $ an die US-Behörden.

Odebrecht und seine Petrochemietochter Braskem hatten bereits im Dezember ein Schuldbekenntnis in dem international koordinierten Verfahren abgelegt. Zunächst war eine höhere Strafe angesetzt worden; Odebrecht hatte sich jedoch mit dem Argument gewehrt, nicht mehr als den nun beschlossenen Betrag stemmen zu können. Die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) hatte den brasilianischen Baukonzern Odebrecht und eine seiner Tochtergesellschaften im Dezember verurteilt. Sie forderte eine Zahlung von über 200 Mio. Franken.

Schmiergelder gegen Regierungsaufträge

Im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre rund um den staatlichen brasilianischen Ölkonzern Petrobras führte die BA seit 2014 rund 60 Strafuntersuchungen. Im Juli 2015 weitete die BA ihre Ermittlungen auf die Spitzen des Odebrecht-Konzerns aus. Dieser wurde verdächtigt, Schweizer Konten für Schmiergelder an ehemalige Petrobras-Führungskräfte benutzt zu haben. Aufgrund von Meldungen der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) betreffend verdächtiger Bankbeziehungen hätten Bestechungszahlungen verschiedener Unternehmen im Bausektor für Auftragsvergaben ermittelt werden können, hiess es in einer Erklärung der BA vom Dezember.

Insgesamt soll Odebrecht Beamte in zwölf Ländern, vor allem in Lateinamerika, mit 780 Mio. $ geschmiert haben, um Regierungsaufträge zu erhalten. Ein Teil der Mittel soll über US-Banken geflossen sein. Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hatte erst vergangene Woche grünes Licht für Ermittlungen wegen Korruptionsverdachts gegen neun Minister des konservativen Präsidenten Michel Temer gegeben. (dpa/sda)

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