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Milliardenauftrag der Berliner U-Bahn: Stadler muss weiter warten

Konkurrent Alstom hat gegen die Auftragsvergabe Beschwerde beim Berliner Kammergericht eingelegt. Damit muss Stadler weiterhin um die Bestellung von 1500 U-Bahn-Wagen im Wert von drei Milliarden Euro bangen.
Thomas Griesser Kym
Stadler muss weiterhin um einen Drei-Milliarden-Euro-Auftrag bangen. (Bild: Andrea Stalder)

Stadler muss weiterhin um einen Drei-Milliarden-Euro-Auftrag bangen. (Bild: Andrea Stalder)

Ende Juli hatte die Berliner Vergabekammer den Einspruch Alstoms gegen die Vergabe des Auftrags durch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) an die deutsche Stadler-Tochter Stadler Pankow GmbH abgewiesen. Gegen diesen Kammerentscheid hat Alstom fristgerecht Beschwerde beim Kammergericht eingelegt. Das geht aus einer Mitteilung der BVG hervor. Damit bleibt die Auslösung des Auftrags blockiert. Wann mit einem Gerichtsentscheid zu rechnen ist, ist ungewiss. Es könnte aber Monate dauern. Klar ist, dass sich die Beschaffung der Fahrzeuge und damit die dringend nötige Modernisierung der Berliner U-Bahn weiter verzögert.

Alstom will Niederlage nicht auf sich sitzen lassen

Stadler Pankow baut bereits die aktuelle IK-Serie für die Berliner U-Bahn und hatte sich in der europaweiten Ausschreibung für 1500 Wagen gegen mehrere Mitbewerber wie die französische Alstom und die deutsche Siemens durchgesetzt. Alstom will die Niederlage nicht auf sich sitzen lassen und kämpft um den Auftrag durch alle Instanzen. Es handelt sich um die grösste Beschaffung in der Geschichte der Berliner U-Bahn.

BVG-Aufsichtsratschefin und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop wird in der «Berliner Morgenpost» betreffend der Alstom-Beschwerde mit folgenden Worten zitiert:

«Das ist bedauerlich, weil es die Vergabe neuer Züge an die BVG und die Modernisierung verzögert. Beschwerden bei Vergaben in dieser Größenordnung sind allerdings auch nichts Ungewöhnliches, denn auch für die Unternehmen geht es um große Auftragsvolumen.»

Die Franzosen selber wollen keine Stellung nehmen: «Alstom äussert sich nicht zu laufenden Ausschreibungen», schreibt auf Anfrage Alstom-Sprecherin Tanja Kampa.

Das Berliner U-Bahn-Drama geht weiter

Die Züge sollen eigentlich ab 2021 ausgeliefert werden und bis 2033 den Fahrzeugpark der Berliner U-Bahn modernisieren. Nach Alstoms Gang vor das Kammergericht dürfte der Zeitplan kaum mehr zu halten sein. Das verschärft die Probleme der Berliner U-Bahn, deren Rollmaterial veraltet und pannenanfällig ist. Viele Wagen mussten wegen Rost und anderer Mängel bereits aus dem Verkehr gezogen werden. Die Folge sind Zugausfälle, vermehrte Unpünktlichkeit und verkürzte Züge, was den Dichtestress der leidgeprüften Berliner und Touristen in den oft ohnehin rappelvollen Zügen noch erhöht.

270-Millionen-Franken-Auftrag aus Polen

Stadler ist als Sieger aus der Ausschreibung über die Lieferung von zwölf Triebzügen für die polnische Bahngesellschaft PKP Intercity hervorgegangen. Nach Ablauf der Einsprachefrist sei der Zuschlag nun rechtskräftig, teilte der Zughersteller am Mittwoch mit. Der Wert des Auftrags, der die Lieferung der Fahrzeuge und die 15 Jahre lange Instandhaltung umfasst, beträgt 270 Millionen Franken. Stadler soll zwölf achtteilige elektrische Triebzüge des Typs Flirt in der Fernverkehrsausführung liefern. Die neue Flotte gelte als Ergänzung zur Serie von 20 Fahrzeugen mit der Bezeichnung ED160, die im Jahr 2015 an PKP Intercity geliefert wurde, wie es weiter hiess. Das Ausschreibungsverfahren für die zwölf neuen Triebzüge war im Dezember 2017 eingeleitet worden.

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