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Bald ein Milliarden-Markt: KMU treiben Crowdfunding an

Das Volumen der schwarmbasierten Finanzierungsarten hat sich in der Schweiz verdreifacht. Im internationalen Vergleich sind andere Länder aber weiter.
Maurizio Minetti
Grafik: Hochschule Luzern

Grafik: Hochschule Luzern

374,5 Millionen Franken wurden letztes Jahr über Schweizer Crowdfunding-Plattformen vermittelt. Dies zeigt der heute veröffentlichte Crowdfunding-Monitoring der Hochschule Luzern. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies nahezu einer Verdreifachung des Volumens (siehe Grafik oben). Insgesamt unterstützten rund 160 000 Personen ein Crowdfunding-Projekt. Aktuell gibt es 43 Crowdfunding-Plattformen mit physischer Präsenz in der Schweiz, hinzukommen viele internationale Plattformen ohne Niederlassung in der Schweiz.

Die Studienautoren unterscheiden fünf Formen von Crowdfunding:

  • Crowdsupporting: Meist kreative und kulturelle Projekte und Kampagnen aus dem Sportbereich. Der Investor erhält für seinen Beitrag ein Produkt, ein künstlerisches Werk oder eine Dienstleistung.
  • Crowddonating: Mehrheitlich Spenden für soziale, karitative und kulturelle Projekte, die an keine Gegenleistung geknüpft sind.
  • Crowdinvesting: Investitionen von Eigen- oder Fremdkapital in Unternehmen (Start-ups) oder Immobilien. Als Gegenleistung erhalten die Investoren eine Gewinnbeteiligung.
  • Crowdlending: Vermittlung von Krediten an Unternehmen oder Private. Als Gegenleistungen erhalten die Geber Zinszahlungen, deren Höhe vom Risiko des Kapitalnehmers abhängt.
  • Invoice Trading: Hier kaufen Investoren offene Rechnungen von Unternehmen und erhalten im Gegenzug eine Rendite. Die Unternehmen können so Zahlungsfristen überbrücken oder liquide Mittel freisetzen.

Für Wachstum sorgen vor allem KMU, die sich zunehmend für Crowdlending interessieren, wie bereits die Anfang Mai veröffentlichte Teilstudie der Hochschule Luzern gezeigt hat. Das grösste Volumen innerhalb der fünf Bereiche verzeichnet denn auch der Crowdlending-Bereich mit 186,7 Millionen Franken (+239% gegenüber Vorjahr).

Zugenommen hat aber auch das Volumen der Investitionen in Immobilien über Crowdinvesting. «Professionelle Investoren nehmen Crowdfunding zunehmend als interessante Anlage wahr», sagt Studienautor Andreas Dietrich. «Wir erwarten, dass der Schweizer Crowdfunding-Markt Ende Jahr erstmals die Milliarden-Grenze knackt».

Im internationalen Vergleich hat der Schweizer Crowdfunding-Markt noch viel Aufholpotenzial. Mit einem investierten Volumen von 45 Franken pro Kopf (2016: 15 Franken) liegt die Schweiz im Vergleich zu führenden Crowdfunding-Märkten wie den USA (2016: 78 Franken) oder Grossbritannien (2016: 90 Franken) noch zwei bis drei Jahre zurück, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. Im Vergleich zu den Nachbarländern sei der Schweizer Crowdfunding-Markt seit 2015 aber deutlich stärker gewachsen (siehe Grafik unten).

Grafik: Hochschule Luzern

Grafik: Hochschule Luzern

Blockchain am Horizont

Künftig soll es laut der Studie mehr Crowdfunding-Projekte geben, die auf der Blockchain-Technologie aufbauen. Dieses dezentralisierte Register erlaubt die Verwaltung von Besitz- oder Grundrechten und könnte die Art und Weise, wie Geld von mehreren Personen oder Unternehmen eingesammelt wird, grundlegend verändern. Dieses Jahr wurden von Schweizer Plattformen bereits zwei Projekte angekündigt, die auf der Blockchain-Technologie aufbauen.

Swisspeers aus Winterthur will Kredite zwischen Unternehmen und Investoren als «Smart Contracts» in der Ethereum-Blockchain bewirtschaften und Gläubigeransprüche mittels Token abbilden. Die Zürcher Plattform Wemakeit plant die Lancierung einer neuen Crowdfunding-Seite namens Oomnium, die komplett Blockchain-basiert funktionieren soll.

Die Studienautoren erwarten, dass die Blockchain-Technologie in den nächsten Jahren im Crowdfunding-Markt weitere Anwendungsgebiete finden wird.

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