Milliarden für die Banken

BERLIN/LONDON/BERN. In einer beispiellosen Rettungsaktion stellen europäische Regierungen gegen eine Billion Euro für die angeschlagene Finanzbranche zur Verfügung. Das deutsche Bundeskabinett beschloss mit bis zu 500 Milliarden Euro das grösste Rettungspaket.

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Grossbritannien wird Grossaktionär: Premierminister Gordon Brown (links) nach der Pressekonferenz und Verkündung des nationalen Rettungsplanes für Banken. (Bild: ky/Shaun Curry)

Grossbritannien wird Grossaktionär: Premierminister Gordon Brown (links) nach der Pressekonferenz und Verkündung des nationalen Rettungsplanes für Banken. (Bild: ky/Shaun Curry)

BERLIN/LONDON/BERN In einer beispiellosen Rettungsaktion stellen europäische Regierungen gegen eine Billion Euro für die angeschlagene Finanzbranche zur Verfügung. Das deutsche Bundeskabinett beschloss mit bis zu 500 Milliarden Euro das grösste Rettungspaket. Frankreich plant Hilfen von bis zu 360 Milliarden Euro, in Spanien und Österreich sind es jeweils bis zu 100 Milliarden Euro. Die britische Regierung sprang bei drei taumelnden Banken als Grossaktionär ein und stellte eine Kapitalspritze von umgerechnet 72 Milliarden Franken bereit. Keine konkreten Zahlen gab es aus Italien: Das Kabinett verabschiedete ein Paket zur Sicherung der Banken und der Spareinlagen des Landes, der Umfang der Staatshilfen bleibe offen.

Kursfeuerwerke an den Börsen

Die Anleger reagierten positiv auf die Hilfspakete. Die Aktienkurse erholten sich nach der rasanten Talfahrt der vergangenen Woche weltweit auf breiter Front. An der Schweizer Börse zeigte der Leitindex SMI den grössten Kurssprung seiner 20jährigen Geschichte und schoss 11,4 Prozent auf 5966,3 Punkte hoch. Auch an der New Yorker Wall Street stiegen alle drei wichtigen Indizes um mehr als elf Prozent in die Höhe.

Schweiz wartet ab

Die Schweiz begrüsst die rekordhohen Staatshilfen für die europäische Finanzindustrie. Ein Sprecher des Eidg. Finanzdepartements sagte, es handle sich um wertvolle Beiträge zur Stabilisierung des Finanzsystems. Der Bundesrat bereite eigene Massnahmen vor und würde sie beschliessen, sobald sie benötigt würden. Die Schweizerische Bankiervereinigung begrüsste die Staatshilfen ebenfalls. In der Schweiz bestehe aber «zurzeit keine Notwendigkeit» dafür. Die Schweizer Wirtschaft sei robust und gesünder als in den einzelnen angeschlagenen EU-Ländern. (ap/rtr)

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