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Interview

Migros-Luzern-Chef: «Es kommt zu Rabattschlachten»

Die Genossenschaft Migros Luzern hat Umsatz und Gewinn 2018 gesteigert. Geschäftsführer Felix Meyer erklärt, warum das nicht selbstverständlich ist und weshalb die FCL-Fans weiterhin für Bratwurst und Bier lange anstehen müssen.
Rainer Rickenbach
Felix Meyer, Geschäftsführer der Migros Luzern, blickt auf ein gutes Jahr zurück. Bild: Dominik Wunderli (Ebikon, 21. März 2017)

Felix Meyer, Geschäftsführer der Migros Luzern, blickt auf ein gutes Jahr zurück. Bild: Dominik Wunderli (Ebikon, 21. März 2017)

Sie bezeichnen das Jahresergebnis 2018 der Genossenschaft Migros Luzern mit einem Gewinn von 48,7 Millionen Franken als solid. Verstehen Sie solid als gut oder durchwachsen?

Felix Meyer: Nun, wir treten eher bescheiden auf und posaunen nicht übertriebene Erfolgsmeldungen in die Welt hinaus. Aus meiner Sicht ist das Ergebnis hervorragend. Trotz des Jahrhundertsommers, der mehr zum Baden als zum Einkaufen einlud, trotz immer härterer Konkurrenzsituation, Einkaufstourismus und Onlinehandel schafften wir es, in fast allen Bereichen zu wachsen.

Was erwarten Sie für dieses Jahr?

Einfach wird es nicht, denn wir bewegen uns in einem stagnierenden Markt. Der Kampf um die Kunden wird zusehends aggressiver geführt, es kommt zu Rabattschlachten. Dem müssen wir uns stellen. Sowohl auf preislicher Ebene als auch mit Möglichkeiten, den Kunden Mehrwerte zu bieten. Kommt hinzu, dass sich der Umbau des Surseeparkes beim Umsatz bemerkbar machen wird.

Vor allem die Migros-Fachmärkte bekommen den Onlinehandel zu spüren. Gelingt es der Migros Luzern, die Kunden dazu zu bringen, auf ihren Webseiten zu bestellen?

Unser dichtes Filialnetz ist ein Trumpf im Onlinehandel. Die Kunden können auswählen, ob sie sich die bestellte Ware nach Hause schicken lassen oder im nächsten Laden oder im Fitness Center abholen wollen. Online-Verkaufsgiganten wie Amazon sind erst daran, ein stationäres Netz aufzubauen. Wir haben es schon. Hinzu kommen neu die Mehrwertsteuer für im Ausland bestellte Ware und die Tatsache, dass die schnelle Paketverteilung logistisch an Grenzen stösst. Die Migros ist im E-Commerce gut aufgestellt, mit Galaxus verfügen wir über ein starkes Portal.

Wie hoch ist der Onlineumsatz?

Er lässt sich nicht genau beziffern, da sich in den Filialen abgeholte Bestellungen im Filialumsatz niederschlagen. So viel lässt sich sagen: Im Non-Food-Geschäft sind die Wachstumsraten zweistellig.

Das enge Netz der Migros-Fitnessstudios versetze eigene Freizeit­anlagen in eine gegenseitige ­Konkurrenzsituation, heisst es im Jahresbericht. Welche Konse­quenzen ziehen Sie daraus?

Auch im Fitnessbereich haben wir einen Verdrängungsmarkt. Neue Mitbewerber versuchen, Freizeitsportler über den Preis anzulocken. Wir akzeptieren eine gewisse Eigenkonkurrenz, die sich durch das gewachsene Netz unserer Tochter One Training Center in der Zentralschweiz ergibt. Der Fitnesspark Allmend und das «One» im Krienser Kleinfeld etwa sind keine zwei Kilometer voneinander entfernt. Wir sind mit den Migros-Fitnessparks und den «One»-Centern am Markt positioniert und sprechen mit ihnen unterschiedliche Zielgruppen an. In Emmen starteten wir mit dem eigenen Discountstudio Only Fitness, in dem nur Geräte und kein Wellnessbereich existiert. Das ist unsere Antwort, um eine preissensitive Kundschaft anzusprechen.

Wird es in nächster Zeit keine neuen Studios und Modernisierungen geben?

Doch, wir erneuern bald den Fitnesspark National in Luzern. Neue Standorte sind aber nicht geplant – ausser es ergäben sich einmalige Gelegenheiten.

Der Abwärtstrend bei der Klubschule setzt sich fort. Mit welcher Strategie hält die Migros Luzern dagegen?

Der Bildungsmarkt ist generell rückläufig. Denn im Internet sind Schulungen und Bildungsangebote kostenfrei verfügbar. Ich bin aber zuversichtlich, dass es uns gelingt, den Abwärtstrend bei den Klubschulen zu stoppen. So setzen wir etwa auf Angebote im Gesundheitsbereich und der Entschleunigung. Sie bringen Synergien zur Migros-Gesundheits-Initiative, zu Medbase oder den Fitnessanlagen mit sich. Oder wir setzen auf das Institut für Berufliche Aus- und Weiterbildung als Antwort auf den Fachkräftemangel.

Wie entwickeln sich die Geschäfte in der Mall of Switzerland?

Auf unseren Verkaufsflächen laufen die Geschäfte gut. Im Supermarkt ist die Stammkundschaft gewachsen, das Fitnesscenter «One» ist gut besucht und auch die Fachmärkte machen gute Umsätze, obwohl ihnen etwa 15 Prozent weniger Verkaufsflächen zur Verfügung stehen als zuvor im M-Parc. Was das gesamte Einkaufszentrum angeht, so nehme ich zur Kenntnis, dass immer noch mehrere Ladenflächen leerstehen.

Seit Jahren müssen sich die Besucher von FCL-Heimspielen auf der Gegentribüne vor dem Anpfiff und in der Pause in langen Warteschlangen gedulden, ehe sie zu ihrer Bratwurst oder ihrem Bier kommen. Die Migros ist für das Catering in der Swisspor-Arena zuständig. Warum ändert sie nichts daran?

In der Swisspor-Arena wird es aus baulichen Gründen nie möglich sein, Warteschlangen zu vermeiden. Wir haben schon viel probiert, um Abhilfe zu schaffen – ohne Erfolg. Die Verkaufsboxen auf der Gegentribüne sind zu klein. Die Wartenden sowie die anderen Zuschauer kommen sich in den beengten Ver­hältnissen in die Quere. Dass es nicht bei uns liegt, macht der VIP-Bereich deutlich: Dort klappt das Catering ausgezeichnet.

Die Stimmberechtigten in Ebikon haben der geplanten Wohnüberbauung auf dem Areal des M-Parc eine Abfuhr erteilt. Ist eine Zwischen­nutzung zustande gekommen?

Wir sind daran, Mieter zu suchen. Was später aus dem M-Parc wird, kann ich jetzt noch nicht sagen. Wir haben uns eine Denkpause von fünf bis zehn Jahren verordnet.

Zur Person
Felix Meyer (60) ist Geschäftsführer der Genossenschaft Migros Luzern. Ihr Einzugsgebiet umfasst die ganze Zentralschweiz.

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