Migros-Chef Zumbrunnen zur Coronakrise: «Wir stellen jeden Tag 100 Tonnen Teigwaren her»

Die Genossenschaft arbeitet derzeit auf Hochtouren, wie ihr oberster Chef im Interview erklärt. Und er spricht über den Schutz seines Personals vor Infektionen an der Kasse.

Benjamin Weinmann
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Fabrice Zumbrunnen: «Wir stellen jeden Tag über 100 Tonnen Teigwaren her.»

Fabrice Zumbrunnen: «Wir stellen jeden Tag über 100 Tonnen Teigwaren her.»

Walter Bieri / KEYSTONE

Die Lebensmittelhändler sind derzeit besonders gefordert. Einerseits fürchten sich Kunden vor Engpässen und kaufen WC-Papier und Pasta en masse. Andererseits müssen sie ihr Personal in der Filiale genügend vor Ansteckungen schützen. Im hauseigenen Magazin äussert sich nun erstmals Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen zur Coronavirus-Krise – und windet seinen Angestellten ein Kränzchen: «Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im In- und Ausland leisten Ausserordentliches, damit die Schweizer Bevölkerung sich auch in dieser Ausnahmesituation mit Lebensmitteln und Alltagsprodukten versorgen kann.»

Man habe im ganzen Unternehmen Sonderschichten eingelegt, sagt der Neuenburger. «Unsere Industrieunternehmen produzieren rund um die Uhr und die Logistik zur Versorgung der Filiale läuft ebenfalls auf Hochtouren.» Besonders gefragt sind Pasta-Produkte, auch bei der Migros.

«Unsere eigene Pasta-Produktion beispielsweise arbeitet rund um die Uhr und stellt jeden Tag über 100 Tonnen Teigwaren her.»

Er selber habe viele Filialen besucht, um sich ein Bild vom grossen Engagement vor und hinter den Kulissen zu machen. Die Migros habe bereits im Januar einen Krisenstab eingesetzt, um sich auf die sich zuspitzenden Entwicklungen vorzubereiten. «Ende Februar war der Ansturm auf unsere Läden derart gross, dass in vielen Supermärkten die Regale mehrmals pro Tag innert kürzester Zeit leergekauft wurden. Obschon wir stets betont haben, dass Hamsterkäufe nicht notwendig sind.»

Zumbrunnen sagt, er sei sich bewusst, dass die aktuelle Situation für viele Mitarbeitenden sehr belastend sei. Um das Personal an der Kasse besser zu schützen, habe man an den Kassen Plexiglas-Scheiben montiert. Die Anzahl Kunden in den Geschäften sei begrenzt, damit der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden kann. Und:

«Wir sind daran, den Schutz wenn möglich noch zu verstärken.»

Um welche möglichen Massnahmen es sich dabei handelt, sagt Zumbrunnen nicht, aber er appelliert an die Einkaufenden: «Unsere Mitarbeitenden sind dankbar, wenn unsere Kundinnen und Kunden beim Einkauf die Verhaltensregeln des Bundes – Hände waschen und Abstand einhalten – strikt befolgen.» Er hoffe sehr, dass die Schweiz so gut wie möglich durch die Corona-Krise komme. Aber:

«Ich erwarte, dass die kommenden Monate für uns alle sehr anspruchsvoll bleiben werden.»
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