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Mieter zahlen in der St.Galler Altstadt bis zu 1200 Franken pro Quadratmeter und Jahr

Je höher die Passantenfrequenzen, desto höher fallen auch die Mietzinsen aus. An bester Lage müssen Detaillisten in der St.Galler Altstadt zwischen 700 und 1200 Franken pro Quadratmeter und Jahr zahlen.
Tim Naef
Das «Haus zur Laterne» am Bärenplatz ist eines der teuersten Ladenlokale der Stadt St.Gallen. Bis Sommer 2018 war hier die Buchhandlung Rösslitor eingemietet. (Bild: Ralph Ribi)

Das «Haus zur Laterne» am Bärenplatz ist eines der teuersten Ladenlokale der Stadt St.Gallen. Bis Sommer 2018 war hier die Buchhandlung Rösslitor eingemietet. (Bild: Ralph Ribi)

Ladensterben hier, Ladensterben da. In den vergangenen Monaten und Jahren wurde immer wieder über die Ursachen von leeren Ladenlokalen in der St.Galler Altstadt diskutiert und gestritten. Grundtenor: Die Mieten sind zu hoch. Im Sommer 2018 forderte die SP/Juso/PFG-Fraktion im Stadtparlament gar eine Lenkungsabgabe für Hauseigentümer, die ihre Ladenlokale leer lassen, um die Miete nicht senken zu müssen. Doch wie hoch sind diese Mieten überhaupt?

«In der St.Galler Altstadt zwischen Marktplatz und Bärenplatz sind die Passantenfrequenzen besonders hoch. Deshalb können hier relativ hohe Mieten verlangt werden», sagt Robert Weinert von Wüest Partner. Das Beratungsunternehmen für Immobilien erstellt regelmässige Erhebungen für Mietpreise in Schweizer Gemeinden.

«Der mittlere Quadratmeterpreis in der St.Galler Altstadt – Multergasse, Marktgasse, Neugasse und Spisergasse – bewegt sich zwischen 700 und 1200 Franken pro Quadratmeter und Jahr.»

Laut Weinert seien bei der Höhe des Mietpreises zwei Faktoren zentral: Lage und Grösse der Lokalität. «Befindet sich die Liegenschaft an der Multergasse oder Marktgasse und beträgt die Verkaufsfläche des Ladens zwischen 70 und 200 Quadratmeter, kann es zu diesen Spitzenmieten kommen.» Bei grösseren oder kleineren Lokalen sinken aktuell die Mietpreise tendenziell wieder.

Ein kleines Rechenbeispiel zeigt, wie viel Monatsmiete hier anfallen kann. Das Beispielobjekt: Ein Laden an der Marktgasse mit 200 Quadratmetern. Fällt eine Spitzenmiete mit 1200 Franken pro Quadratmetern und Jahr an, zahlt der Mieter 240'000 Franken Jahresmiete.

Das entspricht einem monatlichen Mietpreis von 20'000 Franken.

Teure Liegenschaften bedeuten teurere Mieten

Auswertungen von Wüest Partner zeigen, dass der mittlere Mietpreis in der St.Galler Altstadt seit 2005 spürbar angestiegen ist. Für Jérôme Müller von der St.Galler Immobilienfirma Gemag sind die hohen Mieten und die damit einhergehenden leeren Ladenlokale eine direkte Folge von zu hohen Kaufpreisen für die jeweilige Liegenschaft.

«Aufgrund der hohen Preise der Liegenschaften, vor allem in den vergangenen zehn Jahren, haben die Investoren oft keine Möglichkeiten, die Mieten am Markt gegen unten anzupassen.» Somit seien die Preise für Verkaufsflächen zu hoch für das momentane Marktumfeld.

«Die Finanzkrise von 2008 hat die Zinsen sinken lassen», so Müller. Gleichzeitig würden Liegenschaften in schwierigen Zeiten als sichere Anlageobjekte gelten. «Das hat wiederum die Immobilienpreise steigen lassen.» Ein Umstand, welcher viele Hausbesitzer dazu bewogen habe, ihre Immobilie in dieser Zeit zu verkaufen.

In der Tat haben in den vergangenen zehn Jahren von rund 125 Liegenschaften an den Strassen Multergasse, Neugasse, Marktgasse und Spisergasse, 53 den Besitzer gewechselt.

Lebensdauer von Verkaufsläden sinkt

Gemäss Erhebungen der St.Galler Kantonalbank sind der Onlinehandel und der Einkaufstourismus die zwei grössten Herausforderungen für den lokalen Detailhandel. Eine Folge dieser Entwicklung sei die sinkende Lebensdauer von Verkaufsläden, was wiederum die Zahl der angebotenen Flächen stetig wachsen lässt.

«Im Kanton St. Gallen sind aktuell knapp 30'000 Quadratmeter Verkaufsfläche ausgeschrieben (Anm. d. Redaktion: Stand Herbst 2018) und damit fast doppelt so viel wie im Schnitt der vergangenen zehn Jahre», heisst es in der Erhebung. Insbesondere in der Stadt Wil und der St.Galler Innenstadt stünden deutlich mehr freie Flächen zur Verfügung als noch vor einigen Jahren. «Dies erklärt auch den erneuten Anstieg der Angebotsmieten im kantonalen Verkaufsflächenmarkt, denn aufgrund der guten Lagequalität werden die Flächen zu vergleichsweise hohen Preisen ausgeschrieben», so die St.Galler Kantonalbank.

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