Melser Traditionsunternehmen macht per Ende April dicht: Zuvor will Fenster Sulser allen Verpflichtungen nachkommen

Das Melser Traditionsunternehmen Fenster Sulser AG muss seine Produktion definitiv einstellen. Ein in den letzten Tagen durchgeführtes Konsultationsverfahren bei der Belegschaft brachte keine Wende mehr. Die Zuständigen wollen allen Verpflichtungen gegenüber Angestellten, Kunden und Lieferanten nachzukommen.

Reto Vincenz
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Bild: pd

Die Melser Fenster Sulser AG wird sich per Ende April geordnet aus dem Markt zurückziehen. Der für die Verantwortlichen des Traditionsunternehmens «extrem schmerzliche Entschluss» sei zwingend. Ansonsten laufe man Gefahr, die Bilanz deponieren zu müssen. Ein Schritt, den Geschäftsführer René Sulser und Teilhaber Marcel Wildhaber «in jedem Fall» verhindern wollen. Ziel sei es, «allen Verpflichtungen gegenüber Angestellten, Kunden und Lieferanten» nachzukommen. «Das Aus für die Firma nach 60 Jahren ist schmerzlich genug. Wir setzen alles daran, dass niemandem ein finanzieller Schaden daraus entsteht», so Sulser und Wildhaber unisono. Auch alle vertraglich zugesicherten Garantieleistungen wollen die Zuständigen in Zukunft noch erfüllen.

Konsultationsverfahren beendet

Sulser und Wildhaber hatten bereits im «Sarganserländer» vom 21.  Januar das drohende Aus für den Betrieb kommuniziert. Das Unternehmen hatte sich speziell im vergangenen Jahr unter dem in der Branche herrschenden immensen Preisdruck und Preiszerfall aufgerieben. Dem nun erfolgten definitiven Entscheid ging in den letzten Tagen ein Konsultationsverfahren unter der Belegschaft voraus.

Daraus hätten sich mehrere Vorschläge und auch Kontakte zu Drittfirmen ergeben, aber, so Sulser:

«Eine konkrete Lösung für einen nachhaltigen Fortbestand unseres Unternehmens zeichnete sich dabei nicht ab.»

Allen rund 30 Angestellten der Fenster Sulser AG wurde nun gekündigt. Man sei dabei, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen der Möglichkeiten bei der Suche nach Anschlusslösungen zu unterstützen, so Wildhaber. Die Betroffenheit unter der Belegschaft sei extrem gewesen. Trotzdem solidarisiere man sich weiterhin mit dem Unternehmen und helfe mit, die geordnete Schliessung erfolgreich abzuwickeln. Sulser: «Auch aus dem Dorf und aus Kundenkreisen haben wir extrem viele Rückmeldungen und Reaktionen erhalten. All das tut in solch schweren Zeiten gut, am harten Entscheid selber müssen wir aber leider nun festhalten.»

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