Mehr Platz für den «Möbelmaa»

Das Schwarzenbacher Möbelhaus Svoboda investiert 13 Millionen Franken in einen Um- und Neubau. Wenn die Arbeiten im Oktober 2013 fertiggestellt sind, gehört auch ein Eventbereich auf dem Dach dazu.

Kaspar Enz
Merken
Drucken
Teilen
Die Bagger sind schon da: Urs Leutenegger und Architekt Josef Hofer auf der Baustelle. (Bild: Ralph Ribi)

Die Bagger sind schon da: Urs Leutenegger und Architekt Josef Hofer auf der Baustelle. (Bild: Ralph Ribi)

SCHWARZENBACH. Auch wer noch nie im Dorf bei Wil war, kennt ihn, «Svoboda, dä Möbelmaa», zumindest aus der Werbung. Nun baut das Möbelhaus aus. Hinten wird es auf drei Stockwerken um 17 m verlängert, wie gestern bekanntgegeben wurde. Rund 2000 m2 grösser soll die Verkaufsfläche sein, wenn der Ausbau im Oktober 2013 fertiggestellt sein wird. Es ist die dritte und grösste Etappe der Erneuerung, die 2005 mit dem Umbau des Eingangsbereichs begann.

Auf Euro reagiert

13 Millionen Franken investiert Möbel Svoboda AG für den Ausbau. Nicht zum besten Zeitpunkt, könnte man meinen. Wie im Detailhandel habe sich auch für Svoboda der Einkaufstourismus zugespitzt, sagt CEO Urs Leutenegger. Die Pfister-Arco-Holding, zu der die Möbel Svoboda AG seit 2003 gehört, habe zwar ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2012 um ein Prozent steigern können. «Bei uns liegt der Wert wohl etwas darunter», sagt Leutenegger. Doch Svoboda konnte schnell reagieren. Rund die Hälfte des Sortiments wird aus dem europäischen Raum eingeführt. Auf diese Waren konnte das Möbelhaus mit dem Euro auch die Preise senken, um rund 20 Prozent, sagt Leutenegger. Damit sei es zwar schwerer, um auf höhere Umsätze zu kommen. Rechne man die Distanzen ein, seien die Preisunterschiede zum nahen Ausland aber nicht mehr so gross – gerade bei Markenmöbeln.

So will Urs Leutenegger mit dem Ausbau nicht warten. «Wer sich nicht rüstet, hat für die Zukunft schlechte Karten.» Schon seit Jahren benötige Svoboda die zusätzliche Verkaufsfläche. Nicht nur, um das Sortiment zu verbreitern, auch für die Präsentation. Die Kunden wollten im Möbelhaus nicht mehr nur nebeneinander aufgereihte Möbel sehen. «Sie wollen wissen, wie das zu Hause aussieht, sich inspirieren lassen», sagt Leutenegger. Insbesondere die Boutique und das Fachsortiment können ausgebaut werden, also das Angebot an Einrichtungsgegenständen wie Vasen, Textilien oder Lampen. «Für heutige Verhältnisse ist unsere Boutique noch bescheiden», sagt Leutenegger.

Eventbereich auf dem Dach

Ausgebaut wird aber nicht nur die eigentliche Verkaufsfläche. Bereits im heutigen Dachaufbau ist ein Café integriert. Dieser Aufbau wird komplett erneuert – auf dem Dach soll ein Eventbereich zu stehen kommen. Wie im heutigen Café sollen die Kunden auch hier jeweils am Samstag bewirtet werden. Doch mit seinen 600 Quadratmetern und der dafür nötigen Infrastruktur sollen hier auch Events stattfinden können. Einerseits sind das die Anlässe des Möbelhauses, die bisher oft in einem Zelt auf dem Vorplatz stattfanden. «Das hat bereits eine lange Tradition», sagt Urs Leutenegger. «Denn hier haben wir nicht die natürlichen Frequenzen wie zum Beispiel in einer Fussgängerzone.» Solche Events dienten neben der starken Werbetätigkeit dazu, die Kunden nach Schwarzenbach zu locken.

Der Saal kann aber auch von externen Veranstaltern gemietet werden, von Versammlungen bis Hochzeiten. Für Gastronomie und Catering konnte Svoboda das Restaurant Kreuz in Zuzwil von Patrick Züger gewinnen. Dass die Events selber zu einer bedeutenden Einnahmequelle werden, glaubt Urs Leutenegger nicht. Trotzdem seien sie für das Möbelhaus wichtig – auch sie locken Kunden an.

Optimale Grösse

Das Möbelhaus kann während des Umbaus offen bleiben, da die Arbeiten Etappenweise durchgeführt werden. Nach dem Ausbau habe Möbel Svoboda für Schweizer Verhältnisse eine «optimale Betriebsgrösse für ein tiefes und breites Segment erreicht», sagt Urs Leutenegger. Mit den dann 6650 Quadratmetern Verkaufsfläche gehöre Svoboda dann auch innerhalb der Pfister-Arco-Holding zu den grösseren Häusern.

So soll das Möbelhaus im Herbst 2013 aussehen. (Bild: pd)

So soll das Möbelhaus im Herbst 2013 aussehen. (Bild: pd)