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Mehr Elternzeit als Mittel zur Frauenförderung

ZÜRICH. Die Schweiz hat Aufholbedarf bei der Vertretung von Frauen in Führungsgremien von Unternehmen. Das ist aus Studien hinlänglich bekannt. Die Prüfungs- und Beratungsfirma EY hat die Lage nun ebenfalls analysiert, und zwar in 59 «statistisch relevanten» Ländern.
Thomas Griesser Kym

ZÜRICH. Die Schweiz hat Aufholbedarf bei der Vertretung von Frauen in Führungsgremien von Unternehmen. Das ist aus Studien hinlänglich bekannt. Die Prüfungs- und Beratungsfirma EY hat die Lage nun ebenfalls analysiert, und zwar in 59 «statistisch relevanten» Ländern. Ergebnis: Nur in zwei dieser Staaten beträgt der Frauenanteil in den Verwaltungsräten der untersuchten Unternehmen 25% oder mehr, nämlich in Norwegen (40%), das eine Frauenquote kennt, und in Lettland (25%). Auf Anteile über 20% kommen zudem Italien, Finnland, Bulgarien, Slowenien, Schweden und Kenia. Punkto Geschäftsleitungen stellen Frauen nur in Bulgarien (37%) und Lettland (36%) mehr als ein Drittel der Mitglieder. Über 28% Frauenanteil finden sich zudem in den Philippinen, in Slowenien, Rumänien, Malaysia und Thailand.

Die meisten Länder liegen jedoch bei den Frauenanteilen in den Führungsgremien unter der 20%-Marke. Die führenden Volkswirtschaften – USA, China, Japan, Deutschland und Grossbritannien – sind jeweils in der zweiten Hälfte der beiden Ranglisten plaziert. Japan ist in beiden Rankings das Schlusslicht.

Die Schweiz im Hintertreffen

In der Schweiz hat EY 207 Unternehmen unter die Lupe genommen. Sechs haben eine Verwaltungsratspräsidentin, sieben eine Geschäftsleiterin. Die Mitglieder der Verwaltungsräte sind zu 9,1% weiblich, jene der Geschäftsleitungen zu 8,3%. Damit liegt auch die Schweiz in den unteren Regionen der Ranglisten.

Sorge für die Kinder teilen

Auch EY kommt zum Schluss: «Ein hoher Frauenanteil bringt höheren Gewinn.» So belegt die Untersuchung, dass Unternehmen mit mehr als 30% Frauen in der Geschäftsleitung «einen Anstieg des Reingewinns um bis zu 6 Prozentpunkte erzielen können». Der Chef von EY Schweiz, Bruno Chiomento, sagt: «Unternehmen mit ausgewogenem Geschlechterverhältnis erzielen bessere Leistungen.» In Firmen mit mehr Frauen in Führungspositionen seien die Mitarbeitenden engagierter, die Unternehmenskultur werde offener, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit steige. Chiomento: «Firmenchefs müssen sich fragen, ob sie Frauen ausreichend dabei unterstützen, ihren Weg in Führungspositionen zu finden.»

Als einen Faktor, der sich positiv auf die Diversität der Geschlechter im Management auswirkt, identifiziert EY mehr Elternzeit. So stünden in den führenden zehn Ländern bezüglich Frauenanteil elfmal mehr Elternzeittage zur Verfügung als in den zehn Schlusslichtern. «Wenn die Sorge für die Kinder nicht allein den Frauen auferlegt wird, steigen die Chancen, dass Frauen ihre unternehmerischen Fähigkeiten und beruflichen Kontakte ausbauen können, die für den Zugang zu Führungsgremien erforderlich sind», sagt EY-Personalchefin Barbara Aeschlimann.

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