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Schweizerisch-deutsche Megabank fällt ins Wasser

Der Chef der Deutschen Bank will nicht mit der UBS fusionieren. Stattdessen will er die Bank selber aus der Krise ziehen.
Beat Schmid
Der Sitz der Deutschen Bank in Frankfurt. (Bild: Thomas Lohnes/Getty)

Der Sitz der Deutschen Bank in Frankfurt. (Bild: Thomas Lohnes/Getty)

Während Monaten hielt sich das Gerücht: Die UBS soll mit der Deutschen Bank zusammengehen. Jetzt erteilte der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, dem Ansinnen eine Abfuhr. Für eine Übernahme «sehe ich keine Anzeichen», sagte er gegenüber der «Bild am Sonntag».

Die Deutsche Bank steckt seit Jahren in einer tiefen Krise. Sie will sich aber selbst aus dem Loch hocharbeiten. Zumindest ist das der Wille des Konzernchefs. «Jetzt arbeiten wir daran, die ­Erträge zu steigern. Wir sind auf dem besten Weg zum ersten Gewinn nach drei Jahren», sagte er. Die Aktie schoss am Montag um über drei Prozent in die Höhe. Auch die Titel der UBS legten leicht zu.

Die Märkte scheinen froh zu sein, dass die beiden Banken nicht zusammengehen. Käme es so weit, entstünde ein Riese mit über 150000 Beschäftigen und einer kombinierten Bilanzsumme von weit über 2000 Milliarden Franken. Grösse ist im Banking nicht per se schlecht. Das haben gerade die US-amerikanischen Grossbanken bewiesen, die in den letzten Jahren ihre Bilanz deutlich ausgeweitet und den Konkurrenten aus Europa deutlich Marktanteile abgejagt haben.

Allerdings entstand diese Bilanzausdehnung nicht im luftleeren Raum. Die US-Banken profitierten von einem starken Rückenwind durch die prosperierende US-Binnenwirtschaft, immerhin die grösste der Welt. Europa dagegen befand sich in den letzten Jahren im wirtschaftlichen Krebsgang. Der alte Kontinent ist ökonomisch in der Summe zwar auch ein Koloss, und London ist der grösste Finanzplatz der Welt, doch der Bankenraum gleicht einem Flickenteppich. Grenzüberschreitende Geschäfte zu betreiben, bleibt umständlich.

Um den übermächtigen amerikanischen Banken Paroli zu bieten, regte Sewing Mitte November Kooperationsmodelle an, damit europäische Institute gewisse Geschäfte gemeinsam betreiben können. Er argumentierte ähnlich wie die beiden Schweizer Grossbankenchefs Sergio Ermotti (UBS) und Tidjane Thiam (Credit Suisse), die das Konzept einer gemeinsamen Transaktionsbank in die Runde warfen – aber auch wieder verwarfen.

Kopfzerbrechen für Regulatoren

Ob die Idee einer Fusion definitiv vom Tisch ist, wird sich weisen. Klar ist, dass ein Zusammenschluss zwischen der UBS und der Deutschen Bank ein schwieriges, wenn nicht unmögliches Unterfangen wäre. Mit der deutschen Grossbank müsste sich die UBS wieder mit Altlasten herumschlagen, die sie in den letzten Jahren entsorgt hatte. Das Investmentbanking der Deutschen Bank ist noch immer riesig. Die (meist verlustreiche) Bilanzreduktion ist noch im Gang. Die UBS dagegen verkleinerte die Risiko-Abteilung bereits vor Jahren deutlich.

Nicht zuletzt würde eine Fusion auch bei den Regulatoren auf Skepsis stossen. Da beide Banken systemrelevant sind, stellt sich die Frage, welcher Staat im Krisenfall eingreifen müsste. In Deutschland dürfte die Lust klein sein, für die UBS geradezustehen, die vor zehn Jahren gerettet werden musste. Gleiches dürfte für die Schweiz gelten – obschon die Deutsche Bank nicht mit dem Makel der Staatsrettung belastet ist.

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