MEDIKAMENTE
Trotz Rückgangs in der Schweiz: Thurgauer Versandapotheke Zur Rose wächst kräftig

Zwar hat das Frauenfelder Unternehmen im Heimmarkt Schweiz im ersten Quartal 2011 weniger umgesetzt, aber international brummt der Motor, vor allem im grössten Markt Deutschland. Dort baut Zur Rose DocMorris aus und rüstet sich für das elektronische Rezept.

Thomas Griesser Kym
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Das Logistikzentrum für den Medikamentenversand der Zur Rose in Frauenfeld.

Das Logistikzentrum für den Medikamentenversand der Zur Rose in Frauenfeld.

Bild: Gaëtan Bally/Keystone

Trotz rückläufiger Nachfrage nach Grippe- und Erkältungsmedikamenten – Corona sei Dank – hat die Frauenfelder Zur Rose Group den Umsatz im ersten Quartal 2021 um 17,8 Prozent auf 503 Millionen Franken gesteigert. Die Versandapotheke sieht einen generellen Trend zu mehr Onlinekäufen, und die Zahl der Kunden ist im Quartal um 600'000 auf 11,1 Millionen gestiegen.

Stärkster Wachstumstreiber ist die umsatzstärkste Region Deutschland. Inklusive der übernommenen Firmen Medpex und Apotal kletterten die Umsätze dort um fast 28 Prozent auf 337 Millionen Franken. Motor dieser Entwicklung sei das Onlinegeschäft mit rezeptfreien Medikamenten sowie mit Gesundheits- und Pflegeprodukten gewesen.

Umsatzabnahme in der Schweiz

Im Heimmarkt Schweiz ging der Umsatz nach einem starken Vorjahresquartal leicht um 2,8 Prozent auf 147 Millionen Franken zurück. Dennoch spricht Zur Rose von einer «nachhaltig soliden» Entwicklung. In der Schweiz hatte die Gruppe, die auch als Ärztegrossistin tätig ist, im Vorjahr davon profitiert, dass die von ihr belieferten Ärztinnen und Ärzte wegen Corona ihre Lager kräftig aufgebaut hatten. Als Folge war das Ärztegeschäft im ersten Quartal 2020 um 16 Prozent gewachsen.

Zur Rose hat auch ihre deutsche Gesundheitsplattform DocMorris ausgebaut, so etwa mit einem direkten Zugang für Patienten zu stationären Ärzten sowie zu Onlineärzten über TeleClinic, die von Zur Rose übernommen worden war. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk wurde DocMorris zudem Ende März 2021 um den digitalen Hub DocMorris Adipositas Care erweitert mit Services für Menschen mit Adipositas (Fettleibigkeit). Diese Kooperation soll von Deutschland aus später auf weitere europäische Märkte ausgedehnt werden.

Elektronisches Rezept soll Schub bringen

Plangemäss laufen laut Zur Rose ihre Vorbereitungen mit Blick auf die verpflichtende Einführung des elektronischen Rezepts in Deutschland per 1. Januar 2022. Mit 9,8 Millionen Kunden im deutschen Markt und mit der Marke DocMorris sei man «hervorragend» gerüstet, um den Umsatz in diesem Geschäft «weiterhin deutlich zu steigern».

Gewinnzahlen publiziert die Zur Rose Group für das erste Quartal jeweils nicht. Mittelfristig wird weiterhin ein Jahresumsatz von 4 Milliarden Franken angepeilt. 2020 setzte Zur Rose 1,75 Milliarden Franken um.