Mechaniker und Techniker ausbilden

Das Zentrum für Mechanik und Technik in Weinfelden hat sich in den vergangenen 20 Jahren zum vielfältigen Bildungsbetrieb entwickelt. Kernaufgabe bleibt nach wie vor die Lehrlingsbildung.

Martin Sinzig
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Ausbilder Roland Weymann instruiert Polymechaniker Jonuz Jonuzi. (Bild: Martin Sinzig)

Ausbilder Roland Weymann instruiert Polymechaniker Jonuz Jonuzi. (Bild: Martin Sinzig)

WEINFELDEN. Die Schaffung eines Ausbildungszentrums hatte die Thurgauer Sektion von Swissmechanic, dem Verband der mechanisch-technischen Betriebe, schon Ende der 1980er-Jahre intensiv beschäftigt. Zunächst stand ein eigenes Projekt mit einem Volumen von gegen acht Millionen Franken zur Debatte. Schliesslich fiel der Entscheid, im Geschäftshaus an der Mühlfangstrasse 16 in Weinfelden Räume im Stockwerkeigentum zu kaufen.

Grundlagen vermitteln

Das Zentrum für Mechanik und Technik (ZMT) konnte 1991 seinen Betrieb aufnehmen. Es ging vor allem darum, überbetriebliche Kurse für Lernende anzubieten, deren Arbeitgeber über keine eigene Lehrlingswerkstätte verfügten. Anfangs wurde ein Ausbilder beschäftigt. Inzwischen betreut ein fünfköpfiges Team den Berufsnachwuchs. «Wir stellen sicher, dass jeder Lernende die Grundlagen eines Berufs erwirbt», erklärt Zentrumsleiter Hans Ihasz. Es gehe darum, in einer praxisbezogenen Schulung das Handwerk zu lernen. In den Genuss der überbetrieblichen Kurse kommt heute eine Reihe von Berufen, vor allem aber Polymechaniker, Automatiker und Elektroniker. Ein Polymechaniker absolviert in der Regel 63 Kurstage im ZMT. Dazu zählen Blockkurse für die manuelle, für die maschinelle Fertigung, für Montagetechnik, Pneumatik/Elektrotechnik, CNC-Programmierung sowie für Computer Aided Manufacturing (CAM).

Es sind gegenwärtig gut 300 Lernende aus der Ostschweiz, die vom ersten bis dritten Lehrjahr die Bildungsangebote des ZMT nutzen. Die jungen Leute stammen aus 200 Betrieben, aus dem Kanton Thurgau, aber auch aus angrenzenden Ostschweizer Kantonen. Neben den überbetrieblichen Kursen werden auch Kurse für die Teilprüfungsvorbereitung gegeben. Diese werden selbst von Lernenden aus Grossbetrieben gerne in Anspruch genommen.

Vor einigen Jahren erfolgte der Schritt in die Erwachsenenbildung. Für den einjährigen, berufsbegleitenden Weiterbildungslehrgang zum Produktionsfachmann werden seit 2009 zwei Kursmodule in den Bereichen CAM und Systemautomation angeboten. «Wir sind auch hier gut positioniert», so der Zentrumsleiter. Für Mitarbeitende, die ihre Berufsausbildung schon länger abgeschlossen haben, stehen auch die Grundkurse zur Verfügung, ein Angebot, das von nicht wenigen Betrieben genutzt wird. Darüber hinaus vermietet das ZMT auch Räumlichkeiten für Kurse im Bereich der Kaufmännischen Grundbildung und administriert für die Thurgauer Lehrbetriebe Informatik sämtliche überbetrieblichen Kurse. Schliesslich ist das Ausbildungsteam auch ein wesentlicher Teil des Lehrstellenmarketings geworden. Die vor zweieinhalb Jahren lancierte, aktive Berufsinformation in Oberstufenklassen stösst auf zunehmendes Interesse.

Bedarf bleibt

Die Anforderungen an Bildungszentren wie das ZMT seien in den vergangenen 20 Jahren enorm gestiegen, sagt Leiter Ihasz. Mehr Berufe, mehr Lerninhalte und mehr Lernziele hätten den Umfang erweitert. «Wir sind heute voll ausgelastet», so der Zentrumsleiter. Offen bleibe, wie sich die Bildung und insbesondere wie sich die Lehrlingszahlen entwickeln. Noch seien trotz sinkender Schülerzahlen keine Auswirkungen für den mechanisch-technischen Bereich erkennbar.