MBT gewinnt Boden unter den Sohlen

Bei der MBT-Zentrale Schweiz atmet man auf. Im Zuge der Rettung von MBT ist auch die Existenz der Swiss Masai Vertrieb AG in Gossau gesichert. CEO Andy Stadler rechnet bereits im Frühjahr mit einer neuen Kollektion.

Stefan Borkert
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Strahlt wieder: Ein Singapurer rettet MBT – auch in der Schweiz. (Bild: pd)

Strahlt wieder: Ein Singapurer rettet MBT – auch in der Schweiz. (Bild: pd)

GOSSAU. Die Verträge sind seit Anfang Monat unter Dach und Fach. MBT in der Schweiz und auch international ist gerettet. «Das sind immerhin 25 Arbeitsplätze in der Schweiz», sagt Andy Stadler, CEO der Swiss Masai Vertrieb AG in Gossau. Andy Chaw habe unter anderem Patente, Lizenzen und Warenlager erworben. Von den ehemaligen Investoren sei niemand mehr mit im Boot. Andy Chaw habe nach einer Bieterrunde und nach der Zustimmung der Gläubiger vom Konkursamt Winterthur den Zuschlag bekommen.

Müller nicht bei den Bietern

Karl Müller, der Roggwiler Gründer und Erfinder von MBT, hat für seine alte Marke kein höheres Gebot abgegeben. Allerdings hatte er schon bei der Konkursankündigung sehr zurückhaltend auf die Fragte reagiert, ob er denn MBT zurückkaufen wolle. «Ich müsste klar erkennen, ob es ein weiteres Puzzleteil meiner Berufung ist.» Karl Müller hat den Gesundheitsschuh MBT 1996 entwickelt und ist 2006 aus der Firma MBT ganz ausgestiegen.

Der jetzige Käufer, Andy Chaw, ist bei MBT kein Unbekannter. Er gilt als «asiatischer Schuhzar». 2010 ist Chaw in Singapur als Unternehmer des Jahres ausgezeichnet worden und erhielt letztes Jahr den Titel des besten MBT-Distributors. Andy Stadler von Swiss Masai erklärt, dass der asiatische Markt am Wachsen gewesen sei, als der Konkurs angemeldet wurde. Die Marke habe ein enormes Potenzial. Produziert werde weiter in Asien. Ob ein Technologie- und Entwicklungszentrum in der Schweiz entstehen werde, sei noch offen. Sicher sei, dass Lieferengpässe für Wiederverkäufer demnächst aufgehoben seien. Bei zwei Modellen konnten infolge der Konkursanmeldung im Mai nicht mehr alle Kundenwünsche erfüllt werden. Jetzt warte man auf die Freigabe des europäischen Warenlagers in Luxemburg. Im Herbst werde keine neue Winterkollektion vorgestellt werden können, aber für Frühjahr kündigt er bereits wieder eine entsprechende Kollektion an. Dass der Handel in den letzten Monaten verunsichert gewesen sei, kann er verstehen. Trotzdem hätten die Händler ihnen, in der Hoffnung, dass es weitergehe, die Stange gehalten. Mit dem Kauf durch Andy Chaw wird MBT asiatisch. Der Unternehmer hat MBT mit seiner in Singapur beheimateten Masai International Ltd übernommen. Die Masai International ist seit 2010 Vertriebspartner von MBT.

Als globale Marke positionieren

Chaw besitzt in Asien ein Ladenimperium für einige der grossen Namen unter den Sportschuhen. «Als erfahrene Sportschuhspezialisten werden wir MBT im Segment der Funktionsschuhe weiterentwickeln und als globale Marke positionieren», sagt Chaw. Man werde auf die einzigartige Technologie von MBT setzen. Stichwort sei jetzt auch nachhaltiges Wachstum, so Andy Stadler.

Gründe für das vormalige Scheitern seien unter anderem die finanziellen Erwartungen der Investoren und zu schnelles Wachstum von MBT gewesen. Ausserdem habe man quasi im Jahresrhythmus die Firmenspitze ausgewechselt. Das bringe kaum Stabilität und Kontinuität.