Matratzenhersteller in der Schweiz bleiben wachsam

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BASF-Kunststoff Der deutsche Chemiekonzern BASF hat im Fall der möglicherweise gesundheitsschädigenden Schaumstoffe zwar Entwarnung gegeben. Die Schweizer Matratzenhersteller überzeugt diese jedoch nicht. Roviva und JYSK halten an der Rücknahme fest. BASF meldete am Donnerstagabend, dass gemäss ersten Untersuchungen an verunreinigten Schäumen der Konzern von keiner Gesundheitsgefährdung ausgehe. Tests hätten gezeigt, dass sich die zu hohe Belastung des von BASF gelieferten Ausgangsmaterials durch Dichlorbenzol nach der Verarbeitung innert Stunden auf ein zulässiges Mass zurückbilde.

BASF hat am 5. Oktober 7500 Tonnen Toluoldiisocyanat (TDI) zurückgerufen, das wegen eines Produktionsfehlers einen zu hohen Dichlorbenzol-Wert aufwies. Der umweltschädliche Stoff kann in zu hoher Konzentration beim Menschen Reizungen hervorrufen und ist laut neusten Erkenntnissen krebserregend. Dieses Ausgangsmaterial zur Produktion von Schaumstoffen gelangte auch in die Schweiz. Ein Teil der Schweizer Matratzen- und Schaumstoffhersteller hat daraufhin die Produktion gestoppt. In der Schweiz sind unter anderen die Matratzenhersteller Riposa, Robusta, Roviva und Bico betroffen. Beim Matratzenhersteller Riposa aus Bilten GL ist noch nicht entschieden, ob es einen Rückruf geben soll. «Wir müssen zuerst klären, ob und welche Produkte möglicherweise betroffen sind», sagt Riposa-Chef Walter Schnellmann.

Zusätzliche Abklärungen laufen

Dazu wartet Riposa auf Ergebnisse der Zusatzabklärungen, die die Zulieferer von Riposa in Auftrag gegeben haben. Allein die neueste Erklärung von BASF genüge nicht, sagt Schnellmann. In der Schweiz gälten in solchen Fällen höhere Anforderungen an Sicherheit und Gesundheitsschutz. Das Einrichtungsunternehmen JYSK hat dagegen bereits eine Reihe eventuell belasteter Matratzen vorsorglich aus dem Verkauf genommen und betroffenen Kunden ein Rückgaberecht eingeräumt. (sda)