«Massiver Druck auf Marge»

Weniger Umsatz und weniger Aufträge – die Schweizer Maschinen- und Metallbauer sowie Elektronikfirmen belastet die Frankenstärke. Am meisten Sorgen bereitet die Margenerosion.

Thomas Griesser Kym
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Produktion beim Thuner Zulieferer der Solar- und Halbleiterindustrie, Meyer Burger. (Bild: ky/Christian Beutler)

Produktion beim Thuner Zulieferer der Solar- und Halbleiterindustrie, Meyer Burger. (Bild: ky/Christian Beutler)

ZÜRICH. «Der starke Franken hinterlässt sichtbare Spuren.» So kommentiert Swissmem, der Dachverband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, die jüngsten Zahlen des 1. Quartals 2015. In diesem sanken die Umsätze im Vorjahresvergleich um 8,1%, und die Auftragseingänge brachen um 17,1% ein. Zwar sei das Vorjahresquartal «sehr gut» gewesen, relativiert Swissmem. Dennoch sei der Index des Auftragseingangs auf den tiefsten Stand seit 2011 gesunken. Von nachlassenden Aufträgen seien Grossfirmen sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) «gleichermassen betroffen».

Immerhin: Die Umsätze der Branche mit 331 000 Beschäftigten liegen trotz des Rückgangs nach wie vor auf einem guten Niveau, und die Kapazitäten waren dank robuster Bestellungen des vergangenen Jahres Ende März zu 89,2% ausgelastet und Ende April noch zu 87,6%, was nur leicht unter dem Jahresmittel 2014 (88,2%) liegt. Auch haben sich die Exporte wacker geschlagen. Diese sanken im 1. Quartal laut Eidg. Zollverwaltung nur um 1,4% auf 15,9 Mrd. Franken. Hinter diesem Rückgang steckt das Minus von 4,9% in die EU, während die Ausfuhren nach Asien und in die USA um jeweils über 9% anzogen. Nach Sparten betrachtet gingen die Exporte des Maschinenbaus (–8,5%) am stärksten zurück, während die Ausfuhren von Präzisionsinstrumenten (+2,6%) das einzige Plus verzeichneten.

«Schwierige Situation»

Swissmem spricht denn auch nicht von Krise, wohl aber von einer «schwierigen Situation». Zumal der Verband davon ausgehe, dass die Frankenstärke noch geraume Zeit anhalte. Angesichts der Wechselkurse sei mit tiefgreifenden strukturellen Veränderungen in der Branche zu rechnen.

«Noch viel belastender für die Unternehmen» als der Rückgang der Bestellungen ist laut Swissmem «der massive Druck auf die Margen». Laut der Umfrage rechnen «fast zwei Drittel der Unternehmen mit Margeneinbrüchen von mindestens vier Prozentpunkten». Das führe dazu, dass 31% der Firmen für das laufende Geschäftsjahr «einen operativen Verlust» erwarteten. Und falls der Wechselkurs bei 1.05 Fr. pro Euro bleibe, wollen laut eigenen Angaben 16% der Firmen Teile ihrer Wertschöpfungskette ins Ausland verlagern. Bei Parität beabsichtigten dies 28% der Unternehmen.

Weckruf an die Politik

Swissmem sieht neben den Betrieben auch die Politik gefordert. Konkret fordert der Verband einen Ausbau der Innovationsförderung, eine Reduktion der Karenztage bei der Kurzarbeit, eine Verlängerung der maximalen Bezugsdauer der Kurzarbeitsentschädigungen und einen Marschhalt bei der Energiewende.