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Der eigentümliche Rückzug des BZ-Bank-Gründers Martin Ebner

Der Investor Martin Ebner will sich auf seine Beteiligungen konzentrieren. Zu seinem Nachfolger und Chef der BZ Bank hat er seinen ehemaligen Revisor gemacht.
Daniel Zulauf
Der Investor Martin Ebner auf einem Rundflug über den Alpen. Bild: Melanie Duchene/Keystone (26. September 2018)

Der Investor Martin Ebner auf einem Rundflug über den Alpen.
Bild: Melanie Duchene/Keystone (26. September 2018)

Martin Ebner legt die Leitung über die 1985 von ihm selber gegründete BZ Bank mit Sitz in ­Wilen SZ per Ende November in neue Hände. Diese überraschende Neuigkeit liess der Bankier und Grossinvestor vergangene Woche exklusiv über die NZZ verbreiten. Mit Blick auf seine 73 Jahre sei für ihn nun doch der Zeitpunkt gekommen, zumindest ein Stück weit Verantwortung abzutreten, berichtete die Zeitung in ihrer Samstagsausgabe.

Für Beobachter, die Ebners zeitweise überaus ereignisreiche Laufbahn seit langem verfolgen, kommt der Rückzug aus heiterem Himmel. Der Jurist, der das Finanz-Handwerk einst als Analyst bei der Zürcher Bank Vontobel ­erlernt hatte, geniesst den Ruf, besonders hartnäckig zu sein. Ebner werde nach seinem Abschied als operativer Chef «keinerlei Organfunktionen» in der Bank mehr ausüben, die ihm aber weiterhin zu 70 Prozent gehört, zitierte die NZZ. Er wird also auch nicht in den dreiköpfigen Verwaltungsrat wechseln, der vom Wirtschaftsprüfer und Bankfachmann Werner Riederer präsidiert wird.

Konzentration auf Patinex-Investments

Der Rückzug wirkt hastig, vielleicht sogar etwas überstürzt, zumal für einen Mann, der sein unternehmerisches Lebenswerk vor Augen hat. Doch von Hast könne keine Rede sein, betont BZ-Sprecher Ralph Stadler auf Anfrage: «Der Stabwechsel ist über lange Hand geplant und vorbereitet worden und steht im Zusammenhang mit den Beteiligungen der Patinex. Das Portefeuille der Patinex ist grösser und anspruchsvoller geworden, nicht zuletzt aufgrund des Ausbaus der Helvetic. Herr Ebner wollte noch die Verantwortung für das Ende November zu Ende gehende Geschäftsjahr der Bank übernehmen.» Patinex ist die private Investment-Gesellschaft des Ehepaars Ebner, in dem verschiedene Beteiligungen im Wert von weit über drei Milliarden Franken liegen. Die wertvollste Perle im Portefeuille ist ein 20-Prozent-Anteil am Pharma-Unternehmen Vifor, dessen Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod auch an der Spitze des Aufsichtsgremiums der NZZ-Gruppe steht.

Die zeitintensive Betreuung des in den letzten Jahren stark gewachsenen Patinex-Portefeuilles mag ein guter Grund für Ebners Rückzug als Bankchef sein. Doch die Art, wie er seine Nachfolge regelt, wirft neue Fragen auf. Als neuen BZ-Bank-Chef hat Ebner den 57-jährigen Wirtschaftsprüfer Rolf Schönauer auserkoren. «Aufgrund seiner bisherigen Tätigkeit als Berater von unternehmergeführten Instituten verfügt Herr Schönauer über das erforderliche Verständnis für das Bankgeschäft sowie über Führungserfahrung und unternehmerisches Denken», erklärt Stadler die Wahl. Doch Schönauers Nähe zu Ebner und seiner BZ Bank ist augenfällig. Der Rechnungsexperte war von 2010 bis 2015 in der Funktion als Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte als leitender Revisor der BZ Bank tätig. Deloitte ist gemäss Handelsregister immer noch Revisionsstelle der BZ Bank. Schönauer hat Deloitte im Sommer dieses Jahres verlassen, um «eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen», wie die Gesellschaft auf Anfrage mitteilte. Seine Verbindungen zu dem Wirtschaftsprüfer sind somit noch frisch, was ein Problem für die Unabhängigkeit des neuen BZ-Chefs darstellen könnte. In einem Rundschreiben der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma aus dem Jahr 2013 zum Thema Prüfwesen ist nachzulesen: «Sofern im Rahmen der Prüfung ein Verstoss gegen gesetzliche oder andere Vorschriften entdeckt wird, sind die Auswirkungen auf die Integrität der Unternehmensleitung oder Mitarbeitenden bei der Prüfung zu berücksichtigen.» Die Nähe zwischen der Unternehmensleitung und der Revisionsgesellschaft ist somit auch ein aufsichtsrechtliches Problem.

Vor diesem Hintergrund erwartet ein nicht genannt sein wollender Corporate-Governance-Experte, dass die BZ Bank mit dem Chef mindestens auch die Revisionsgesellschaft auswechselt. Zu einer entsprechenden Anfrage nahm die Finma keine Stellung. Unbeantwortet liess die Behörde auch die Frage, ob es für den überraschenden Rückzug Ebners aus seiner Bank noch andere Gründe als das Alter gegeben haben könnte. BZ-Sprecher Stadler gab auf die gleiche Frage eine eher ausweichende Antwort: «Für Herrn Ebner bedeutete das Tagesgeschäft in der BZ Bank die permanente Präsenz für die Kunden der Bank. Er möchte nun mehr Zeit haben, sich auf die Beteiligungen der Patinex zu konzentrieren.»

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