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Marsch gegen Schliessung

Die St. Galler Mitarbeiter der Swissprinters AG wollen die Schliessung nicht kampflos hinnehmen. Am Samstag führten sie einen Protestmarsch durch, und sie planen weitere Aktionen.
Kaspar Enz
Mit Fahnen und Trillerpfeifen zogen die Mitarbeiter der Swissprinters durch St. Gallen. (Bild: Michel Canonica)

Mit Fahnen und Trillerpfeifen zogen die Mitarbeiter der Swissprinters durch St. Gallen. (Bild: Michel Canonica)

ST. GALLEN. Der Umzug ist nicht nur sichtbar, er ist auch von weitem zu hören: Nicht nur Fahnen der Gewerkschaft Syndicom nahmen die Mitarbeiter der Swissprinters St. Gallen mit, auch Pfeifen wurden verteilt. Damit zogen die gegen 100 Mitarbeiter vom Hotel Walhalla durch die Stadt in Richtung Olma – um dagegen zu protestieren, dass ihr Arbeitsplatz geschlossen werden wird.

Mit Fahnen und Flugblättern

Wie die Swissprinters AG vor eineinhalb Wochen bekanntgab, will das Unternehmen die Standorte in St. Gallen und Schlieren aufgeben. Während für Schlieren aber noch Übernahmeverhandlungen laufen, soll die Druckerei in St. Gallen, die ehemalige Druckerei Zollikofer, geschlossen werden. 173 Mitarbeiter sind betroffen.

«Zuerst könnte man denken, wir seien ein aggressiver Haufen», sagt Max Wick, einer der marschierenden Mitarbeiter. Er hält in der einen Hand eine Fahne, in der anderen Flugblätter, die er an die Passanten verteilt. «Wenn man den Leuten aber sagt, dass die Druckerei Zollikofer geschlossen werden soll, dann sind sie interessiert», sagt er.

«Mediengiganten Ringier, NZZ und Tamedia fressen unser Traditionsunternehmen Zollikofer AG!» steht auf den Flugblättern. Darunter ist ein ferngesteuerter Hai abgebildet, «Swissprinters» steht drauf, der kleine Fische jagt. «Hinter Swissprinters steht als Mehrheitsaktionär die Ringier, ein finanzkräftiges Unternehmen», sagte Dominik Dietrich, Regionalsekretär der Gewerkschaft Syndicom, an der Betriebsversammlung vor dem Protestmarsch. Die Schliessung der traditionsreichen Druckerei diene lediglich der Gewinnmaximierung.

Offener Brief

An der Betriebsversammlung wurde nicht nur der anschliessende Marsch definitiv beschlossen. Einstimmig stimmten die Mitarbeiter auch den nächsten Schritten zu. Noch diese Woche wird ein offener Brief mit den Forderungen der Arbeitnehmer erscheinen, kündigte Dominik Dietrich an. «Möglichst alle sollen diesen unterschreiben», schärfte er den Mitarbeitern ein. Für den 1. November ist eine grössere Aktion geplant.

Der Umzug geht langsam seinem Ziel entgegen und vermischt sich mit dem Jahrmarkt um die Olma. Die Besucher und die Verkäufer an Ständen entlang des Weges werden mit Flugblättern versorgt. Vor dem Messegelände, neben einem Marronistand, löst sich der Umzug auf. Dominik Dietrich verteilt Gutscheine für den Schützengarten-Stand vis-à-vis. Er ist zufrieden mit dem Marsch. Doch «er war nur eine Warnung», sagt er und verweist auf die Aktion vom 1. November. Um neun Uhr morgens, auf dem Parkplatz soll es losgehen. Mehr will er noch nicht verraten.

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