«Marktwerte sind fundamental begründbar»

In einigen Segmenten des Immobilienmarktes rechnen Sie für 2016 erstmals mit rückläufigen Preisen. Wird es jetzt leichter, in den grossen Städten eine günstige Mietwohnung zu finden?

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Robert Weinert Ökonom bei Wüest & Partner

Robert Weinert Ökonom bei Wüest & Partner

In einigen Segmenten des Immobilienmarktes rechnen Sie für 2016 erstmals mit rückläufigen Preisen. Wird es jetzt leichter, in den grossen Städten eine günstige Mietwohnung zu finden?

In den zehn grössten Schweizer Städten ist die Wohnungsknappheit damit noch nicht behoben. Positiv ist aber, dass sich das Wohnungsangebot vom teureren ins mittlere Preissegment verlagert.

Wie ist die Lage in der Ostschweiz?

Ähnlich wie im Schweizer Durchschnitt gehen wir davon aus, dass die Mieten ausgeschriebener Wohnungen 2016 leicht sinken. Zudem fällt auf, dass St. Gallen unter den zehn grössten Städten über den Mietwohnungsmarkt mit der grössten Liquidität verfügt. Die Chancen sind hier wesentlich besser als anderswo, eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Ist mit der einsetzenden Entspannung auch das Szenario einer Immobilienblase, die platzen könnte, vom Tisch?

Ein neues Preismodell von uns zeigt, dass das Korrekturpotenzial bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen in allen Schweizer Regionen nicht höher als 10 Prozent ist. Dabei stützen wir uns auf die langfristigen Trends der Fundamentaldaten. Das Korrekturpotenzial liegt nach unserer Auffassung in einer tragfähigen Bandbreite. (J. Z.)