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Markenstreit: Nestlé fährt die Krallen aus – und hat jetzt den Katzenjammer

Der Nahrungsmittel-Riese wollte seine Katzenfuttermarke vor Gericht sichern und scheiterte. Dennoch will der Konzernchef das Milliardenbusiness weiter ausbauen – mit einer medizinischen Strategie.
Benjamin Weinmann aus Genf
Lukrative Schleckmäuler: Mit Katzen- und Hundefutter setzt Nestlé 12,8 Milliarden Franken um. (Bild: zvg/Keystone/Montage:kob)

Lukrative Schleckmäuler: Mit Katzen- und Hundefutter setzt Nestlé 12,8 Milliarden Franken um. (Bild: zvg/Keystone/Montage:kob)

«Oh, Gourmet Soup!», sagt die Stimme aus dem Off. Eine köstliche Suppe voller naturbelassener Zutaten wie erkennbare Stücke aus Huhn oder Meeresfrüchten. Mmmh, fabelhaft!» Der Werbespot zu den neusten «Gourmet»-Suppen von Nestlés Katzenfutter-Marke macht rasch klar: Auch Tiere sind Feinschmecker und wollen nur das Beste. Und das soll sich Herrchen oder Frauchen etwas kosten lassen.

Zwar verdient Nestlé noch immer am meisten mit Nahrungsmitteln für Menschen wie Nespresso-Kaffee, Kitkat-Schokolade oder Henniez-Wasser. Doch etwa jeden achten Franken des 91,4 Milliarden Franken hohen Umsatzes generiert die Tierfuttersparte, zu der auch «Gourmet» gehört. Konkret waren es im vergangenen Jahr 12,8 Milliarden Franken. Kein Wunder, will Nestlé seine Marken so gut wie möglich gegenüber der Konkurrenz schützen. Doch das gelingt nicht immer, wie ein aktueller Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts zu einem drei Jahre andauernden Rechtsstreit zeigt.

Bei Fido und Mimi sparen die Kunden zuletzt

Nestlé wollte sein überarbeitetes Gourmet-Logo im schweizerischen Markenregister eintragen lassen. Doch das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum stritt den Schutzanspruch zurück. Das Gericht gab ihm nun recht. Das Gourmet-Logo gilt somit als zu wenig einzigartig.

«Wir nehmen den Entscheid des Gerichts zur Kenntnis», sagt eine Nestlé-Sprecherin. Ob der Konzern das Urteil anfechtet und ans Bundesgericht in Lausanne weiterzieht, kommentiert sie nicht. Der Entscheid habe aber keine Auswirkung auf die bestehenden Rechte und an der Nutzung der Marke in der Schweiz und Europa. «Gourmet» existiert seit über 30 Jahren, ist heute ein Teil von Nestlés Tierfuttermarke Purina, und zählt laut Firmen-Angaben zu den führenden Marken für Katzennahrung. Die Produkte werden in über 40 Ländern verkauft. Konkrete Umsatzzahlen gibt Nestlé nicht bekannt, es handle sich aber um eine Marke mit starkem Wachstum, so die Sprecherin.

Mit einer drohenden Rezession in der Weltwirtschaft könnte das Geschäft mit der Heimtiernahrung sogar noch wichtiger werden, wie vergangene Konjunkturflauten gezeigt haben. So pflegte der heutige Nestlé-Präsident Paul Bulcke schon während seiner Zeit als CEO zu sagen, dass die Kunden zuerst bei sich selber sparen und erst am Schluss bei Fido, Rex und Mimi. Zudem versucht Nestlé schon länger die Lücke zum Marktführer Mars (Whiskas, Cesar, Sheba) zu schliessen.

CEO will mehr über Alzheimer bei Hunden wissen

Immer wichtiger wird dabei das personalisierte Napf-Menü. So kaufte Nestlé vor einem Jahr die Mehrheit am britischen Online-Anbieter Tails.com. Dieser berechnet aufgrund von Rasse, Grösse und Alter einen individuellen Essensplan für Hunde. In Grossbritannien zählt die Firma über 140 000 Vierbeiner zu ihrer Kundschaft.

Für Nestlé-CEO Mark Schneider ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Denn Hunde und Katzen werden in Industrienationen älter und bekommen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes. Vor Investoren sagte er laut der «Lebensmittelzeitung» kürzlich, dass er fest an die Personalisierung der Ernährung glaube, «nicht nur im Bereich Tiernahrung, sondern auch für unsere Food-Kategorien und die wissenschaftsbasierten Produkte von Nestlé.» So konnte Nestlé bei Hunden bereits nachweisen, dass die richtige Ernährung die Entstehung von Alzheimer verzögern kann.

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