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Manager in goldenen Handschellen: die hohen Löhne der Gategroup-Führung

Die hochverschuldete chinesische HNA sucht für ihre Schweizer Cateringfirma dringend einen zahlungskräftigen Käufer. Die europäische Führungscrew zeigt sich für viel Geld loyal.
Daniel Zulauf
Blick in die Küche von Gategroup am Flughafen Zürich. (Bild: Christian Beutler/Keystone (20. März 2018))

Blick in die Küche von Gategroup am Flughafen Zürich. (Bild: Christian Beutler/Keystone (20. März 2018))

Die ehemalige Swissair-Tochter Gategroup scheint sich auch unter Obhut der chinesischen HNA prächtig zu entwickeln. Auf dem Weg zur Erfüllung des Fünfjahresplans namens Gateway 2020 ist das Schweizer Unternehmen auch im vergangenen Jahr ein gutes Stück vorangekommen. Von dem um 8,5 Prozent auf 4,9 Milliarden Franken gesteigerten Umsatz verblieben Gategroup 343 Millionen Franken – oder über 40 Millionen mehr als im Vorjahr – als Betriebsgewinn der Kasse. Ein Rekord, der eine weitere Steigerung der operativen Marge mit sich brachte.

HNA leistet sich erstmals eine Dividende. 26 Millionen Franken wird ­Gategroup nächstens an ihre schuldengeplagte Eigentümerin ausschütten. Das ist mehr als die Hälfte des Reingewinns von knapp 50 Millionen Franken.

Damit liegt die Dividende deutlich ausserhalb des Rahmens, den der Konzern im Frühjahr 2018 im Vorfeld des gescheiterten Börsengangs abgesteckt hatte. «Nichts von dem wäre ohne die enorme Unterstützung des Managements und der Angestellten möglich gewesen», lässt sich der chinesische Präsident und HNA-Chef Adam Tan im Geschäftsbericht zitieren. Nach dessen Lektüre bekommt Tans «aufrichtigstes» Dankeschön allerdings den Beigeschmack einer leeren Floskel.

Phantomaktien für Spitzenmanager

Denn das Engagement und die Loyalität zum Unternehmen und zu dessen Aktionär lassen sich die europäischen Spitzenmanager unter Führung des Spaniers Xavier Rossinyol fürstlich bezahlen. Allein 2018 haben die sechs Spitzenmanager 36,5 Millionen Franken an Grundgehalt und leistungsabhängigen Entschädigungen eingestrichen. Mit 6 Millionen Franken fiel da pro Kopf fast gleich viel an wie das durchschnittliche CEO-Gehalt der 20 grössten Börsenfirmen der Schweiz im Jahr 2017 (6,7 Millionen Franken).

Doch damit nicht genug. HNA überhäuft die Gategroup-Führungsriege mit sogenannten Phantomaktien. Das sind Anteilsscheine, deren Wert mit der Steigerung des Unternehmenswertes zunehmen und die Interessen von Eigentümern und Managern in Einklang bringen soll. 1,1 Millionen solche Titel waren gemäss Geschäftsbericht Ende Dezember ausstehend. Ihr Wert wird mit 113 Franken pro Stück beziffert.

Findet HNA einen zahlungskräftigen Käufer für Gategroup oder kommt das Unternehmen doch noch an die Börse, verwandeln sich die Titel sofort in Bares. Dabei kann der Preis auch deutlich höher zu stehen kommen als die genannten 113 Franken. Wer nebst dem Spitzenmanagement sonst noch in den Genuss dieses Geldsegens kommen soll, will Gategroup auch auf Nachfrage nicht verraten. Im Emissionsprospekt, den die Firma im vergangenen Jahr vor dem Börsengang in Umlauf bringen musste, werden die sechs Mitglieder des Executive Management Boards mit einem Anteil von einer Hälfte als Hauptnutzniesser aufgeführt. Der Rest hätte sich nach dem damaligen Plan auf um die 100 Manager verteilt.

Durchschnittsgehalt von 2900 Franken

Der Graben wird noch viel grösser, je tiefer man in das Unternehmen hinabsteigt. Das Durchschnittsgehalt eines Gategroup-Angestellten beträgt gemäss Geschäftsbericht gerade einmal 2900 Franken. Die Fliessbandjobs in den Flughäfen, wo Tag für Tag Tausende von Tabletts mit Menus für Fluggäste bestückt werden, sind notorisch mies bezahlt. Doch von strategischer Bedeutung ist für HNA allein die Loyalität des Spitzenmanagements. Dieses allein kann dafür sorgen, dass Gategroup beim Verkauf einen Höchstpreis erzielt. 2018 hofften die Chinesen auf einen Erlös via Börsengang von 2,6 Milliarden Franken – 1,2 Milliarden Franken mehr als der ein Jahr zuvor gezahlte Einstandspreis. Doch die Aktien waren zu wenig gefragt, die Investoren spielten nicht mit. Sogar ihnen waren die Millionenboni der Manager nicht ganz geheuer.

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