«Man kann sich jetzt nicht mehr verstecken»

Er hat mit pointierten Aussagen und aussergewöhnlichen Massnahmen oft auf sich aufmerksam gemacht. Daniel Model ist Unternehmer und will so wenig Staat wie möglich. Auch nach dem Entscheid der Schweizerischen Nationalbank lehnt er die Opferrolle ab.

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Daniel Model Konzernleiter und Präsident des Verwaltungsrates der Model AG (Bild: Ralph Ribi)

Daniel Model Konzernleiter und Präsident des Verwaltungsrates der Model AG (Bild: Ralph Ribi)

Er hat mit pointierten Aussagen und aussergewöhnlichen Massnahmen oft auf sich aufmerksam gemacht. Daniel Model ist Unternehmer und will so wenig Staat wie möglich. Auch nach dem Entscheid der Schweizerischen Nationalbank lehnt er die Opferrolle ab.

Herr Model, wie begegnen Sie dem Entscheid der Schweizerischen Nationalbank, die den Mindestkurs zwischen Euro und Franken aufgegeben hat?

Ja, es sind schon Reaktionen im Markt da. Man kann sich jetzt nicht mehr verstecken. Denn da kommen die Kunden und fordern diese und jene Preisanpassung. Das ist eine Tatsache und kein Betriebsgeheimnis.

Welche Massnahmen haben Sie denn in Ihrem Unternehmen schon ergriffen?

Ich bin überzeugt, dass wir eine sehr intensive Volatilität haben werden. Da machen Schnellschüsse keinen Sinn. Was heute gilt, ist morgen anders. Entsprechend werden wir keine schnellen Antworten liefern. Aber wir haben selbst reagiert und spielen Szenarien durch.

Das wären?

Wir sind ja gerade am Geschäftsabschluss des Jahres 2014. Eine unserer ersten Massnahmen war es, eine Schattenrechnung für das Jahr 2014 in Euro aufzustellen. Und da sieht der Erfolg des Geschäftsjahres anders aus. Durch unsere tiefe Wertschöpfung zwischen Altpapier und fertigen Verpackungen aus Wellkarton, können wir in der Beschaffung nicht einfach in den Euroraum flüchten. Aber, um keine falschen Schlagzeilen aufkommen zu lassen, sage ich auch: Wir halten an unseren Papierfabriken fest. Wir sind überzeugt vom Sinn von dem, was wir machen.

Werden Sie eventuell Arbeitsplätze in Weinfelden oder an anderen Standorten abbauen müssen?

Wir sind entschlossen, unsere Arbeitsplätze zu verteidigen. Als Unternehmer lehne ich auch die Opferrolle ab. Wenn, dann wollen wir Täter sein. Und wir werden vielleicht auch Lösungen finden, an die heute noch keiner denkt.

Sie tönen wie gewohnt kämpferisch. Was macht die Firma Model so stark?

Wir haben Ideen und setzen sie auch um; zum Beispiel mit unserem Recyclingkonzept. Es stimmt nicht, dass die Schweiz keine Rohstoffe hat. Mehr als eine Million Tonnen Altpapier fallen jährlich an. Das wäre Blödsinn, das Altpapier ins Ausland zu verfrachten und dann als Papier wieder einzuführen. Daran werden wir festhalten. Wir werden sicher mit Massnahmen nachstossen und da hoffe ich auf eine gewisse Unterstützung durch die Politik und den SVI. (bor)