Mallorca ja, Barcelona nein: Das sagen Hotelplan und Co. zur neuen BAG-Regel – und das raten sie ihren Kunden

Wer nach Samstag auf das spanische Festland reist, muss nach der Rückkehr in die Quarantäne. Dass die Balearen und Kanaren von diesem Entscheid ausgenommen sind, freut Tui, Hotelplan und Kuoni.

Doris Kleck und Benjamin Weinmann
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Wer nach Mallorca reist, um Sonne zu tanken, muss nach der Rückkehr nicht in die Quarantäne.

Wer nach Mallorca reist, um Sonne zu tanken, muss nach der Rückkehr nicht in die Quarantäne.

Joan Mateu / AP

Nun also auch Spanien. Das südeuropäische Land gehört zu den Lieblingsdestinationen der Schweizer Ferienreisenden. Doch ab Samstag gilt Spanien gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) als Risikoland. Wer trotzdem dorthin reist, muss nach der Rückkehr in die Quarantäne. Es ist eine weitere Hiobsbotschaft für die hiesigen Reisebüros – könnte man meinen. Doch wie eine Umfrage bei den «drei Grossen» zeigt, hält sich der Unmut bei Hotelplan, Kuoni und Tui in Grenzen.

Ein Kuoni-Sprecher lobt sogar den Entscheid. Das BAG habe Fingerspitzengefühl bewiesen, da die beliebten Balearen und Kanaren ausgenommen sind. Auch Tui begrüsst die Differenzierung. Die beiden Inselgruppen sind von Neuinfektionen deutlich weniger betroffen als das spanische Festland. Tui würde es denn auch begrüssen, wenn der Bund regionale Entwicklungen bei so genannten Risikoländern vermehrt berücksichtigt würden. Erst kürzlich hatte Belgien beispielsweise die Kantone Genf, Waadt und Wallis als Risikogebiete eingestuft. Inzwischen figuriert nur noch Genf auf der Liste.

Nur wenige Kunden auf dem Festland

Hotelplan und Tui geben an, dass derzeit mehrere hundert Gäste in Spanien weilen, jedoch die absolute Mehrheit auf der Balearen-Insel Mallorca. «In den stark betroffenen Regionen wie Nordspanien und Katalonien haben wir nur wenig Dutzend Gäste», sagt eine Tui-Sprecherin.

Die Migros-Tochter Hotelplan geht davon aus, dass ein Teil der Kunden, die aktuelle auf dem spanischen Festland Ferien machen, «wahrscheinlich vor Samstag zurückkehren». In diesem Fall würde man einen neuen Rückflug organisieren. Ob alle Kunden vor Inkrafttreten der neuen Regel zurückreisen möchten, werde sich in den nächsten Tagen zeigen. Zudem informiere man die Kunden aktiv über die neue Situation – auch solche, deren Reise nach Spanien erst noch ansteht.

Für manche Gäste ist die Quarantäne kein Problem

Doch nicht alle Flüge dürften abgesagt werden, glaubt Hotelplan. «Es gibt zum Beispiel Kunden, die nach der Rückkehr problemlos im Home Office arbeiten können oder die bereits pensioniert sind, und für die eine Quarantäne kein Problem ist.» Wolle man die Reise aber annullieren, würden die Reisekosten vollumfänglich rückerstattet, sofern es sich um eine Pauschalreise handelt. Kostenlose Umbuchungen seien ebenfalls möglich.

Und was empfehlen die Reisebüros nun den Kunden? «Wir raten ihnen weiterhin Ferien auf den Balearen und Kanaren zu machen. Sehr verunsicherte Kunden können Ihre Buchung auch noch umbuchen und an eine andere beliebte Feriendestination wie Griechenland, Türkei oder Zypern reisen», sagt eine Tui-Sprecherin.

Wer in die Quarantäne muss, hat Anspruch auf Erwerbsersatz

Von den Ferien direkt in die Quarantäne – das hat Konsequenzen bei Arbeit. Zumindest für jene, die nicht von zu Hause aus arbeiten können. Bekommen sie einen Lohn? Unter Juristen ist die Frage umstritten. Weil der Bundesrat sicher sein will, dass die Rückkehrer aus Risikoländern in die Quarantäne gehen, gibt es einen Anspruch auf Erwerbsersatz. Dieser beträgt 80 Prozent des Lohnes, maximal 196 Franken pro Tag. Der Anspruch besteht nur, wenn die Abreise erfolgte, bevor das Land auf die Risikoliste gesetzt wurde.

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