Maestrani investiert lieber, anstatt zu warten

FLAWIL. Etwas früher als geplant hat der Schokoladehersteller Maestrani den Spatenstich gesetzt für seinen Erweiterungsbau.

Thomas Griesser Kym
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FLAWIL. Etwas früher als geplant hat der Schokoladehersteller Maestrani den Spatenstich gesetzt für seinen Erweiterungsbau. Ursprünglich war der Baubeginn am Firmensitz in Flawil auf Anfang 2016 terminiert, wie Geschäftsleiter Markus Vettiger anlässlich der Präsentation des Projekts vergangenen Frühling gesagt hatte (vgl. Ausgabe vom 27. März). Maestrani investiert über 10 Mio. Fr. in einen Holzbau, der ein Besucherzentrum samt Laden und Café sowie Büros beherbergen wird. Herzstück soll das Chocolarium werden – «kein Schoggimuseum, sondern eine interaktive Schoggi-Erlebniswelt», wie es Vettiger gestern formulierte. Das Chocolarium samt gläserner Galerie, die aus fünf Metern Höhe Einblicke in die Produktion gewährt, soll pro Jahr etwa 100 000 Besucher anziehen, mehr als doppelt so viel wie das derzeitige Schoggiland. Im Auge hat Vettiger nicht nur Gäste aus der Schweiz, sondern auch Touristen aus Süddeutschland und Vorarlberg.

Stärkung des Standorts Flawil

Von einem Meilenstein in der 163jährigen Firmengeschichte sprach gestern Randolf Hanslin. Der 73-Jährige ist Verwaltungsratspräsident und mit einem Anteil von 50% Haupteigentümer der Maestrani AG. Hanslin betont, man investiere am Werkplatz Schweiz und stärke den Standort Flawil trotz Frankenstärke und trotz Gesetzesflut, die «das Leben des Unternehmers immer schwerer und schwerer macht». Als Beispiele nennt er die Swissness-Vorlage oder das neue Lebensmittelgesetz. Zudem sei ungewiss, wie es mit den bilateralen Verträgen weitergehe und wie die Zuwanderungs-Initiative umgesetzt werde.

«Es geht uns sehr gut»

Der frühere Geberit-Topmanager Hanslin sagte aber auch: «Wir können nicht immer warten, sonst warten wir ewig.» In Flawil investiere Maestrani, weil Swissness für ein KMU ohne Weltmarke unerlässlich sei im Export, wohin gut ein Drittel der Produktion geht. Weil gleichzeitig zwei Drittel in der Schweiz abgesetzt werden, wolle und müsse man hier eine enge Beziehung zu Kunden aufbauen und pflegen. Schliesslich wolle Maestrani die hiesigen Arbeitsplätze sichern und neue schaffen, die Bekanntheit des Unternehmens und der Produkte erhöhen sowie den Umsatz steigern.

Über das laufende Geschäftsjahr sagt Vettiger, trotz rückläufigen Detailhandels werde Maestrani die finanziellen Ziele übertreffen und die Absatzmenge etwas ausweiten. «Es geht uns sehr gut», sagt Vettiger und zeigt sich für 2016 «verhalten positiv». Das Unternehmen beschäftigt 150 Mitarbeitende, setzt jährlich 45 Mio. bis 50 Mio. Fr. um und produziert 3500 Tonnen Schoggi.