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Märkte im Banne des Brexit

Die bevorstehende Brexit-Abstimmung hat die Märkte fest im Griff. Der Risikoappetit der Investoren ist verschwunden, sichere Häfen sind gefragt. Doch egal ob England in der EU bleibt oder nicht: Für die Sommermonate sind bereits die nächsten Störfaktoren in der Pipeline.
Andreas Hauser Raiffeisen Schweiz

Die bevorstehende Brexit-Abstimmung hat die Märkte fest im Griff. Der Risikoappetit der Investoren ist verschwunden, sichere Häfen sind gefragt. Doch egal ob England in der EU bleibt oder nicht: Für die Sommermonate sind bereits die nächsten Störfaktoren in der Pipeline. Die Märkte zeigen sich seit geraumer Zeit von der anstehenden Brexit-Entscheidung in Grossbritannien eingeschüchtert. Die Aktienmärkte taumeln und schliessen die Handelstage regelmässig im negativen Bereich. Die Zunahme von Austrittsbefürwortern in Umfragen lässt Anleger zusehend in leichten Panik-Modus verfallen. Das Risiko wird immer mehr gescheut. Dies wirkt sich auf unterschiedlichste Anlageklassen aus.

Flucht in sichere Häfen

Seit Monatsbeginn misstrauen Investoren den Aktien und flüchten aufgrund der anhaltenden Marktunruhe in sichere Anlagen. Dazu zählt traditionellerweise auch der Schweizer Franken. Dies widerspiegelt sich in der neuerlichen Aufwertung der Landeswährung. Konnte sich der Franken noch bis zu Beginn des Monats für eine längere Periode um die 1.10 zum Euro halten, ist er in den letzten Tagen deutlich erstarkt.

Blick auf die Anleihen

Die Flucht in sichere Häfen zeigt sich aber auch bei soliden Staatsanleihen. Die Rendite 10jähriger Eidgenossen hat mit weniger als –0,5 Prozent einen neuen Tiefstand erreicht. Neu zu der Gruppe der Obligationen mit negativer Verfallsrendite gehören jetzt sogar 30jährige Schweizer Bundesanleihen. Auch am Goldpreis lässt sich die Suche nach Sicherheit ablesen. Das Edelmetall legte in den letzten Tagen eine eindrückliche Rally hin. Dies obwohl sich auch der US-Dollar – ebenfalls ein sicherer Hafen – wieder erholte. Die risikoaverse Stimmung am Markt zeigt sich auch im Verlauf des zyklischen Rohölpreises: Der Ölpreis ist wieder unter 50 Dollar pro Fass gefallen.

Bremain statt Brexit?

Am Freitag klärt sich die Frage nach dem Verbleiben des Königreichs in der EU. Ob sich die Märkte aber von den hohen Unsicherheiten und Volatilitäten aus dem Vorfeld der Abstimmung erholen, bleibt auch im Falle eines Bremain zweifelhaft.

Der Brexit ist nicht der einzige Grund für die aktuelle Laune am Markt. In den USA keimen nicht erst seit dem schwachen Arbeitsmarktbericht vom Mai Konjunkturängste auf. In Japan erhöht die Regierung die Mehrwertsteuer aufgrund des konjunkturellen Gegenwindes nun doch nicht, und in China konnte das Wachstumstempo hauptsächlich dank einer Erhöhung der Staatsausgaben gehalten werden.

Beschleunigung nicht in Sicht

Europa erfüllt zwar konjunkturell die moderaten Erwartungen, eine Wachstumsbeschleunigung ist jedoch nicht in Sicht. Dies wäre nötig, um auch die Perspektiven für die Unternehmensgewinne wieder zu verbessern. Das zweite Quartal 2016 neigt sich dem Ende zu, und die Unternehmensgewinne dürften sich wie schon im Vorquartal schwach entwickeln.

Vor diesem Hintergrund sind auch die Bewertungen am Aktienmarkt nicht günstig. Grosse Euphorie ist also auch ohne Brexit nicht angezeigt.

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