Machtwechsel bei Leonteq

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Finanzdienstleistung Beim Finanzdienstleister und Anbieter strukturierter Produkte Leonteq zeichnen sich tiefgreifende Veränderungen in der Chefetage und im Verwaltungsrat ab. Damit scheint neu der drittgrösste Aktionär, der Hedgefonds-Investor Rainer-Marc Frey, die Fäden zu ziehen. Jan Schoch, Mitgründer von Leonteq, ist bis Donnerstag Chef des Fintech-Unternehmens gewesen. Noch Ende August sagte er gegenüber dem Wirtschaftsmagazin «Bilanz», er sei überzeugt, «dass ich heute als CEO in der richtigen Position bin». Nur zwei Wochen später gab Leonteq bekannt, dass Schoch ab Oktober ein stellvertretender Chef zur Seite gestellt werde.

Und gestern hiess es seitens Leonteq, Schoch sei per sofort nicht mehr Chef, er trete aus der Geschäftsleitung aus und er stehe dem Unternehmen künftig nur noch beratend zur Seite, in der neuen Position des «Senior Advisor Strategic Growth Initiatives», wie es in der Mitteilung heisst. Interimistisch übernimmt Marco Amato, bisheriger Finanzchef, die Führungsposition.

Wechsel auch im Verwaltungsrat

Darüber hinaus liess Leonteq gestern wissen, dass neue Köpfe auch den Verwaltungsrat prägen werden. Seit längerem ist bekannt, dass der Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz, der das Aufsichtsgremium präsidiert, die Firma verlässt. Auch Patrik Gisel, Chef der Raiffeisen und deren Vertreter im Gremium, wird aus dem Verwaltungsrat austreten, wie Leonteq Ende Juli mitteilte. Vorgeschlagen an der Generalversamlung im November sind Christopher M. Chambers als Präsident und Paulo Brügger sowie Thomas R. Meier als Mitglieder. Der britische und Schweizer Staatsbürger Chambers hat seine Karriere im Investmentbanking begonnen, bevor er 2002 Chef der MAN Investments und Verwaltungsrat der MAN Group wurde. 2002 hatte die MAN Group für 1,3 Milliarden Franken den Hedgefonds RFM gekauft.

Frey, der neue starke Mann im Hintergrund

Und hier zeigen sich Verbindungen: Verkäufer von RFM war Rainer-Marc Frey. Der einstige UBS-Verwaltungsrat und Hedgefund-Investor ist im März bei Leonteq eingestiegen. In Beobachterkreisen wird spekuliert, Frey installiere einen eigenen Mann an der Spitze des Verwaltungsrats, der auch einen neuen Chef für Leonteq suchen soll. Entsprechend könnte Frey der neue starke Mann im Hintergrund sein. (sda)