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LUZERN: Stöckli stellt Veloproduktion ein

Vor sieben Jahren stieg der Zentralschweizer Skihersteller Stöckli in die Produktion eigener Mountain- und E-Bikes ein. Nun gibt die Firma auf – und konzentriert sich aufs Stammgeschäft.

«In zehn Jahren», sagte 2010 der damalige Firmenchef Beni Stöckli, «wollen wir bei den Bikes eine ähnlich starke Marke sein wie im Skigeschäft.» Mit dem Einstieg ins Bike-Geschäft überraschte der Skihersteller damals die Branche. Seither hat Stöckli im Schnitt rund 4000 Bikes und E-Bikes pro Jahr verkauft. Noch im März 2016 standen die Zeichen auf Expansion: Mit neuen Köpfen an der Spitze der Bike-Sparte wollte Stöckli den Fachhandel ins Visier nehmen. Nun folgt die Ernüchterung: Stöckli zieht sich per Sommer 2018 aus dem Bike-Geschäft zurück, teilt die Firma mit.

Der Rückzug habe nichts mit mangelndem Erfolg zu tun, sagt Marketingchef David Kistler. Die Zahlen im Bike-Bereich seien schwarz gewesen. Der Grund für den Ausstieg sei vielmehr der Markt, der sich seit Beginn und von Jahr zu Jahr sehr stark verändert habe. «Der Bike-Markt ist geprägt durch immer kurzlebigere Innovationszyklen, die sehr investitionsintensiv sind», erklärt Kistler. Es gebe eine schnelle Veränderung bei den Produkten: in der Vergangenheit zum Beispiel die verschiedenen Räderformate oder wie aktuell bei den E-Bikes die Integration der Batterie in den Rahmen. «Solche Trends haben stets einen Einfluss auf die restlichen Komponenten, was mit hohen Kosten verbunden ist», sagt er. Stöckli habe da als «kleinerer unter den grossen» Bike-Herstellern nicht mehr mithalten wollen.

Der Rückzug habe keine Entlassungen zur Folge. Kistler betont, dass sämtliche Service- und Garantieleistungen für Besitzer von Stöckli-Fahrrädern gewährleistet seien. «Wir ziehen uns nicht aus dem Bike-Geschäft zurück, nur aus der Produktion», sagt er. In den Stöckli-Filialen wird die Lücke mit den Schweizer Bike-Marken BMC, Flyer und BiXS aufgefüllt. «Zudem bauen wir das Angebot im Servicebereich und bei den Accessoires noch weiter aus», so Kistler.

Stöckli will sich in Zukunft voll und ganz auf das Ski-Geschäft und auf die eigenen Filialen konzentrieren.

Roman Schenkel

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