LUFTVERKEHR: Flugausfälle wegen Streik

Der Unmut über Frankreichs Arbeitsmarktreform, bei der Tausende Stellen im öffentlichen Dienst gestrichen werden sollen, bleibt gross. Auch die Fluglotsen streiken.

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Der aktuelle, nationale Streik in Frankreich wirkt sich auch auf den Flugverkehr zwischen der Schweiz und Frankreich aus. So haben Air France, Swiss und Easy Jet ihre Frankreich-Flüge von und nach Schweizer Flughäfen annulliert. Laut Auskunft des Flughafens Zürich von gestern hat die Swiss insgesamt acht Flüge von und nach Paris und Nizza gestrichen. Air France habe dagegen bis jetzt noch keine Änderungen am Flugplan ab und nach Zürich vorgenommen.

Am Flughafen Genf fallen zehn Flüge aus, wobei acht Verbindungen von Easyjet und zwei von Air France betroffen sind. Am Euroairport Basel fallen gemäss aktuellem Stand 16 Verbindungen aus, wobei Flüge von Easyjet, Air France und British Airways betroffen sind. British Airways hat dabei gemäss Auskunft des Euroairports einen Flug von Basel nach London gestrichen, weil die französischen Luftfahrtbehörden aufgrund der verminderten Lotsenkapazität alle Fluggesellschaften aufgefordert haben, Überflüge über Frankreich zu reduzieren. Der Streik der französischen Fluglotsen hat gestern um 17 Uhr begonnen und dauert bis in die Morgenstunden des 11. Oktobers, sprich Mittwoch.

Ökonomische Fragen in Deutschland

Eine andere Herausforderung stellt sich in Deutschlands Airline-Branche. Gestern gab Air Berlin bekannt, dass sie den Flugbetrieb aus eigenen Mitteln nur noch bis Monatsende aufrecht­erhalten kann. «Ein eigenwirtschaftlicher Flugverkehr im eröffneten Insolvenzverfahren ist nach gegenwärtigem Erkenntnisstand spätestens ab dem 28. Oktober nicht mehr möglich», teilte das Unternehmen gestern mit.

Nach einem Verkauf von Konzernteilen könne in der Zeit bis zur kartellrechtlichen Genehmigung der Flugbetrieb aber im Rahmen von Leasingvereinbarungen fortgesetzt werden. Ganz aussen vor sind Niki und LGW, die beide nicht insolvent sind. Sie können weiterarbeiten. An der österreichischen Konzern-Tochter Niki und der Regional-Tochter LGW ist die Lufthansa interessiert. Air Berlin ist seit Mitte August pleite. Der Konzern verhandelt noch bis zum 12. Oktober mit Lufthansa und dem britischen Billigflieger Easyjet exklusiv über den Kauf von Teilen der Fluggesellschaft. Nach Abschluss der Kaufverträge müsse Air Berlin aus insolvenzrechtlichen Vorgaben «die eigene Geschäftstätigkeit Zug um Zug beenden».

Weiteres Vorgehen von Air Berlin

Mit den Arbeitnehmervertretern seien am Montag Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialpläne begonnen worden, hiess es von der Seite Air Berlins. Zudem sollen in dieser Woche Job-Messen am Air-Berlin-Sitz in Berlin mit potenziellen künftigen Arbeitgebern, darunter der Chemiekonzern BASF und die Deutsche Bahn, abgehalten werden. (sda/rtr)