Pharma

Lonza ist für Zukunft nicht mehr so optimistisch

Der starke Franken und steigende Rohstoffpreise belasten beim weltgrössten Pharmaauftragshersteller Lonza zunehmend die Geschäfte. Trotz höherer Umsätze im Hauptgeschäft wird das Ergebnis im ersten Halbjahr entsprechend schwächer ausfallen.

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Lonza-Chef Stefan Borgas ist vorsichtiger geworden

Lonza-Chef Stefan Borgas ist vorsichtiger geworden

Keystone

"Insgesamt waren die starken Umsätze nur teilweise in der Lage, die durch die Währung und steigenden Rohstoffpreise hervorgerufenen Herausforderungen zu kompensieren", hiess es weiter. Dennoch hält Lonza am Ausblick für 2011 eines Wachstums des operativen Gewinns (Ebit) fest.

Die Aktie reagierte mit einem Kursverlust: Nach 1000 Uhr stand sie 3,5 Prozent im Minus. Zumindest kurzfristig sei der Ausblick für Lonza negativ, hiess es von Analystenseite.

Langsamere Produktezulassungen belasten

Lonza profitiert zwar weiterhin von der Bereitschaft vieler pharmazeutischer und biotechnologischer Firmen, Produktions- und Entwicklungsaktivitäten auszulagern; allerdings leidet die Firma wie die Kunden auch unter den langsameren pharmazeutische Produktzulassungen.

So ging die Kapazitätsauslastung bei den in klassischer chemischer Synthese hergestellten Wirkstoffen auf etwas über 70 Prozent zurück. Dagegen stieg die Auslastung bei den Biopharmazeutika aufgrund einer breiteren Produktpalette und der Auffüllung der Lager bei den Kunden auf über 80 Prozent an. Das Basler Unternehmen stellt Wirkstoffe für führende Pharma- und Generikahersteller wie Novartis und Teva her.

Mehrkosten an Kunden weitergeben

Lonza hofft, die höheren Rohstoffkosten an die Kunden weitergeben zu können. Laut Konzernchef Stefan Borgas dürfte es aber noch gut zwei Monate dauern, bis der Effekt spürbar ist. Kurzfristig sei daher mit "erheblichem Margendruck" zu rechnen.

Geplante Kosteneinsparungen in Höhe von 70 bis 80 Mio. Franken hofft Lonza dagegen termingerecht realisieren zu können. Zudem sieht die Firma auch weiterhin ein Potenzial, den Betriebsgewinn (Ebit) bis ins Jahr 2013 um 110 bis 180 Mio. Fr. zu steigern.