Lohnschere in Unternehmen bleibt offen

BERN. Die Lohnschere in der Schweiz hat sich 2014 kaum geschlossen. Das Verhältnis zwischen Höchst- und Tiefstlohn lag im Durchschnitt bei 1:128. Am grössten waren die Unterschiede bei Banken, in der Nahrungsmittel- und der Pharmaindustrie.

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BERN. Die Lohnschere in der Schweiz hat sich 2014 kaum geschlossen. Das Verhältnis zwischen Höchst- und Tiefstlohn lag im Durchschnitt bei 1:128. Am grössten waren die Unterschiede bei Banken, in der Nahrungsmittel- und der Pharmaindustrie. 2013 betrug der Unterschied zwischen dem höchsten und dem tiefsten Lohn 1:132. Markant war im Jahr 2014 das Verhältnis mit 1:188 in der Nahrungsmittelindustrie, gefolgt von Pharma und Chemie (1:139) sowie den Banken (1:124), heisst es in einem Communiqué der Gewerkschaft Unia.

Im Detailhandel hat sich die Lohnschere hingegen leicht geschlossen. Sie lag im vergangenen Jahr noch bei 1:18. Der Grund dafür ist, dass die tiefen Löhne insbesondere bei Coop und Migros angehoben wurden. Nach Ansicht der Gewerkschaft ist die Abzocker-Initiative ein erster Schritt gewesen. Nach wie vor fehle aber ein Hebel, um exorbitante Vergütungen zu unterbinden. Es brauche verbindliche Obergrenzen und klare, griffige Regeln.

Die Grundgehälter der Kader in Schweizer Unternehmen hingegen sind auf dieses Jahr nur um rund 1% gestiegen. Damit setzt sich der Trend zu geringen Steigerungsraten bei den Fixlöhnen fort. So fällt die Erhöhung der nicht leistungsabhängigen Entschädigungen des Topmanagements mit 0,8% genau gleich hoch aus wie im Vorjahr, zeigt die Erhebung des Beratungsunternehmens Kienbaum. 2012 und 2013 haben sich diese Saläre jeweils um 1,1% erhöht. Davor stiegen die Fixlöhne in den Chefetagen jährlich um bis zu 4,5%. «Schweizer Unternehmen setzen vermehrt statt auf eine Erhöhung der Fixsaläre auf variable, leistungsabhängige Vergütungen», schreibt Kienbaum in einer Mitteilung. Die höchsten Löhne zahlen laut Kienbaum die Versicherer. Ihre Gehälter liegen 20% über dem Schnitt der Schweizer Kadersaläre. Ebenfalls überdurchschnittlich verdienen Manager bei Banken, Energie, Wasserversorgung und Holzwaren. (bor/sda)