Logistik

Lidl richtet mit der grossen Kelle an – für 35 Millionen Franken baut der Discounter in Weinfelden ein zusätzliches Lagergebäude und schafft weitere Arbeitsplätze

Der Lebensmittelhändler benötigt angesichts seiner anhaltenden Expansion mit jährlich acht bis zehn neuen Filialen mehr Platz in der Logistik. Dafür wird das Warenverteilzentrum am Hauptsitz im Thurgau kräftig erweitert. Das wird auch neue Arbeitsplätze schaffen.

Thomas Griesser Kym
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Visualisierung des neuen Logistikgebäudes von Lidl Schweiz am Hauptsitz in Weinfelden.

Visualisierung des neuen Logistikgebäudes von Lidl Schweiz am Hauptsitz in Weinfelden.

Bild: PD

Zwei Warenverteilzentren unterhält Lidl Schweiz hierzulande, eines am Hauptsitz in Weinfelden, das andere in Sévaz im Kanton Freiburg. Am Standort im Thurgau hat Lidl vor gut zwei Jahren, im November 2018, seinen neuen Hauptsitz eingeweiht. 65 Millionen Franken waren in diesen investiert worden.

Nun nimmt der Lebensmittelhändler weitere 35 Millionen Franken in die Hand. Für dieses Geld baut Lidl direkt neben dem bestehenden Verteilzentrum in Weinfelden ein neues Früchte- und Gemüselager inklusive eigener Bananenreiferei. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Geplant ist, das neue Gebäude Ende 2021 in Betrieb zu nehmen.

Die Bauarbeiten sind seit Oktober 2020 im Gang.

Die Bauarbeiten sind seit Oktober 2020 im Gang.

Bild: PD

Eine Fläche von der Grösse dreier Fussballfelder

Der Discounter erklärt die Investition in das zusätzliche Lager mit dem anhaltenden Wachstum. Gestartet im März 2009 mit 13 Filialen, eröffnet Lidl jährlich acht bis zehn neue Filialen. Zudem ist das Sortiment gerade bei Obst und Gemüse laufend erweitert worden.

Mittlerweile führt das Unternehmen 148 Supermärkte im ganzen Land und beschäftigt über 4000 Mitarbeitende. 2019 hat Lidl Schweiz 470 neue Stellen geschaffen, 2020 kamen laut Firmensprecherin Corina Milz weitere 450 Arbeitsplätze hinzu. Im Hauptquartier in Weinfelden beschäftigt Lidl inklusive Warenverteilzentrum und Verwaltung über 500 Mitarbeitende.

Die Bananen kommen grün an

Laut Lidl wird das neue Gebäude hauptsächlich für den Umschlag von Früchten und Gemüse verwendet sowie zur Lagerung saisonaler Non-Food-Artikel. Auf einer Bruttogeschossfläche von annähernd 23'000 Quadratmetern (was drei Fussballfeldern entspricht) auf zwei Geschossen werden rund 10'000 Stellplätze für Paletten eingerichtet.

«Highlight des Projekts» ist laut Lidl die eigenen Bananenreiferei. Diese ermögliche es, den Reifeprozess in die eigene Wertschöpfungskette zu integrieren. In der Reiferei werden die noch grünen Bananen fertig gereift und anschliessend an die Filialen verteilt.

In Weinfelden werden neue Arbeitsplätze geschaffen

Im Zusammenhang mit dem Ausbau in Weinfelden und dem Aufbau eines eigenen Teams für die Bananenreiferei werden laut Corina Milz «auch neue Arbeitsplätze geschaffen». Wie viele das sein werden, kann Lidl Schweiz noch nicht beziffern.

Der Lebensmittelhändler kommt auch auf die Pandemie zu sprechen: «Gerade die Situation mit Corona hat aufgezeigt, wie wichtig eine funktionierende Logistik und ausreichend Kapazitäten für die Lebensmittelversorgung der Schweizer Bevölkerung sind.»

Gebaut nach Minergie-Standard

Eine grosse Rolle spielt auch die Nachhaltigkeit, wie Lidl weiter schreibt. So wird das neue Gebäude nach Minergie-Standard gebaut, man gestalte moderne und grosszügige Neben- und Pausenräume, und im Betrieb würden ausschliesslich natürliche Kältemittel eingesetzt.

Lidl baut nicht nur die Logistik am Thurgauer Hauptsitz aus, sondern will diese auch regional stärken. So suche man im Raum Mittelland und Zentralschweiz noch immer weitere Standorte für zusätzliche Logistikzentren neben jenen in Weinfelden und Sévaz. Wie viele man plant, darüber sagt Lidl nichts. Es dürfte aber wohl um einen oder maximal zwei Standorte gehen.

Damit könnte Lidl in der Warenverteilung näher an einen Teil der Filialen heranrücken. Kriterien bei der Standortsuche seien verschiedene Faktoren wie zum Beispiel Umwelt, Verkehr, geografische Lage, Nähe zu Filialen und Autobahnanschluss, sagt Corina Milz.