Löhne der Chefetage sinken

Die Finanzbranche steckt in einer Krise. Das zeigt sich auch in den Löhnen ihrer Spitzenkräfte. Diese sind laut der Stiftung Ethos klar gesunken. In anderen Branchen stiegen die Managerlöhne.

Salome Kern
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Ethos-Direktor Dominique Biedermann bei einer Präsentation. (Bild: ky/Alessandro Della Bella)

Ethos-Direktor Dominique Biedermann bei einer Präsentation. (Bild: ky/Alessandro Della Bella)

ZÜRICH. Schweizer Spitzenmanager müssen abspecken. Das ist das Ergebnis der neusten Studie der Stiftung Ethos. Die 22 bestbezahlten Geschäftsleitungsmitglieder streichen laut der Studie weiterhin mehr als 5 Mio. Fr. ein. Novartis-Konzernchef Joseph Jimenez führt die Liste mit über 15 Mio. Fr. Vergütung an. An der Spitze der Verwaltungsratsmitglieder steht ebenfalls der Konzern mit über 13 Mio. Fr. für Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella.

Lohnmasse nimmt ab

Aber insgesamt sinken die Vergütungen in den 100 börsenkotierten Firmen in der Schweiz. Letztes Jahr betrug dieses Volumen 1,5 Mrd. Franken. Das sind 6% weniger als 2010. Noch stärker der Rückgang ganz oben an der Spitze: Ein Verwaltungsratspräsident wird für sein Mandat noch mit durchschnittlich 1,1 Mio. Fr. jährlich entschädigt. Das sind 17% weniger als im vergangenen Jahr. Der Rückgang geht allerdings praktisch vollständig auf den Finanzsektor zurück. Die Vergütungen der Topverdiener im Finanzsektor sind 2011 um 23% gesunken. Denn in den übrigen Branchen verdiente die Chefetage sogar 5% mehr als im 2010.

Aktionäre werden kritischer

Die Aktionäre haben aus Sicht von Ethos noch nicht genug Mitsprache. Nur bei 49 der 100 Firmen konnten die Aktionäre an der Generalversammlung über die Managementlöhne abstimmen. Ethos-Direktor Dominique Biedermann bewertet es aber als positiv, dass die Opposition der Aktionäre gegen die vorgelegten Vergütungsberichte an den Generalversammlungen steigt.

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