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Raiffeisen-Affäre: Auch die Liechtensteiner Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren eröffnet

Nach der Zürcher Staatsanwaltschaft hat auch jene von Liechtenstein in der Affäre rund um Raiffeisen Schweiz und den ehemaligen Bankchef Pierin Vincenz ein Strafverfahren eingeleitet. Die Vaduzer Behörde ermittelt gegen mehrere Personen wegen des Verdachts auf Geldwäscherei.
Dorothea Alber, Vaduz
Pierin Vincenz, ehemaliger Chef von Raiffeisen Schweiz. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY (St.Gallen, 27. Februar 2015))

Pierin Vincenz, ehemaliger Chef von Raiffeisen Schweiz. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY (St.Gallen, 27. Februar 2015))

Dass Liechtenstein den Zürcher Ermittlern nach einem Rechtshilfegesuch in der Affäre Vincenz geholfen hat, ist bekannt. Das Kapitel ist aber noch nicht abgeschlossen. «In der Sache Raiffeisen Schweiz führen wir eine Untersuchung wegen des Verdachtes der Geldwäscherei gegen mehrere Personen», bestätigt der Liechtensteiner Staatsanwalt Robert Wallner auf Anfrage. Weitere Details wollte er nicht nennen.

Gegen Pierin Vincenz, den ehemaligen Chef von Raiffeisen Schweiz, ermittelt bereits seit geraumer Zeit die Zürcher Staatsanwaltschaft. Der Verdacht lautet auf ungetreue Geschäftsbesorgung von Vincenz und des ehemaligen Aduno-Chefs Beat Stocker. Es geht um die Frage, ob sich die beiden an Firmenübernahmen und anderen Transaktionen bereichert haben, indem sie auf beiden Seiten des Verhandlungstisches sassen, dies aber verheimlichten. Vincenz soll den ehemaligen Aduno-Chef Stocker jahrelang mit Beratungsaufträgen versorgt haben.

Kämpfer für einen sauberen Finanzplatz sind involviert

Einer der beiden, Vincenz oder Stocker, führte entweder persönlich oder über eine Liechtensteiner Aktiengesellschaft ein Konto bei einer der grössten Banken im Fürstentum. Es flossen Zahlungen in Millionenhöhe über das Konto. Das Geldhaus wurde direkt nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Vincenz selbst aktiv und hat das Konto an die Liechtensteiner Stabsstelle Financial Intelligence Unit (FIU) gemeldet, wie nun bekannt wurde.

Die FIU ist die zentrale Behörde, um Geldwäscherei, organisierte Kriminalität und Terrorismusfinanzierung im Fürstentum zu erkennen. Sobald Liechtensteiner Banken den Verdacht auf Geldwäscherei haben, melden sie es an diese Stelle. Wenn sich nach einer Analyse der Verdacht erhärtet, wird die Meldung an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Geldwäscherei? Private Bereicherung?

Nun müssen die Ermittler in Liechtenstein der Frage nachgehen, ob es sich bei den Zahlungen um Geldwäscherei handelt oder ob es eher um private Bereicherung ging. Die Ermittler müssen auch die Frage klären, warum Stocker an einer Aktiengesellschaft in Liechtenstein beteiligt war und aus welchen Gründen Gelder geflossen sind.

Fest steht: Stocker war laut Handelsregisterauszug bis Anfang 2013 Verwaltungsrat einer Liechtensteiner Gesellschaft namens «I. C. H. Invest & Consulting Holding» mit Sitz in Mauren und wurde dann von der Treuhänderin Olga Bühler abgelöst. Offiziell taucht Stocker später nicht mehr auf. Inzwischen befindet sich die Gesellschaft in Liquidation. Vincenz war bis vor drei Jahren Chef von Raiffeisen Schweiz.

Noch ist keine Anklage erhoben

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich ermittelt gegen den 61-jährigen Vincenz und gegen Stocker wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung. Ins Rollen gebracht hatte die Strafuntersuchung der Verwaltungsrat der Aduno-Gruppe, der 2017 Strafanzeige eingereicht hatte. Bisher ist weder in Zürich noch in Liechtenstein Anklage erhoben worden. Für beide Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.

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