Lidl weist Vorwürfe zurück

Weil das Verteilzentrum Weinfelden aus allen Nähten platzt und weil ein weiteres Lager noch nicht realisiert ist, müssen Lidl-Filialen lange auf Ware warten. Diese Kritik lässt Lidl nicht gelten.

Stefan Borkert
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Expansion: Lidl hat seine Anzahl Filialen während eines Jahres verdoppelt. (Bild: Nana do Carmo)

Expansion: Lidl hat seine Anzahl Filialen während eines Jahres verdoppelt. (Bild: Nana do Carmo)

Weinfelden. Die Sonntagspresse hatte Lidl Schweiz aufs Korn genommen. Happige Vorwürfe wurden von einem nicht genannten Kadermitglied und einem ebenfalls nicht genannten Filialleiter geäussert. Weil das Weinfelder Verteilzentrum Kapazitätsengpässe habe, würden noch nicht eröffnete Lidl-Filialen als Zwischenlager genutzt. Ausserdem müssten Filialen lange, zu lange auf Ware warten. Non-Food- und Aktionsartikel seien oft gar nicht mehr zentral lieferbar. Soweit die Vorwürfe.

Weinfelden ist gross genug

Tatsächlich ist das zweite Verteilzentrum von Lidl Schweiz in Sévaz noch nicht gebaut. Der Billig-Discounter kämpft mit Einsprachen. Allerdings kommt derzeit Bewegung ins Spiel. Eine Einigung ist in Sicht. Lidl-Sprecherin Paloma Martino betont: «Wir verfügen über ein rechtskräftig bewilligtes Projekt für ein Verteilzentrum in Sévaz.» Dass Weinfelden zu wenig Kapazität habe, weist sie energisch zurück: «Unser Warenverteilzentrum in Weinfelden ist grosszügig ausgelegt und verfügt über ausreichend Kapazitäten, um auch die neuen Filialeröffnungen zu begleiten.»

Lidl realisiere gleichzeitig mehrere Filialbauten in der ganzen Schweiz, sagt Paloma Martino. Bei jedem Projekt gelte es verschiedene Faktoren zu berücksichtigen wie etwa die Dauer der Baubewilligung, die Kapazitäten der regionalen und der lokalen Bauunternehmer, die Logistik oder auch die Personalausbildung. «Dies erfordert eine gewisse Flexibilität in der Planung. Entsprechend kann es sein, dass eine Filiale bereits fertig erstellt ist, aber erst einige Zeit später eröffnet wird.» So erklärt die Lidl-Sprecherin, dass Filialen fertig gebaut leer stehen, aber noch nicht eröffnet worden sind.

Dass solche Filialen als Zwischenlager genutzt werden, streitet sie gänzlich gar nicht ab. Hauptsächlich aber könnten diese Filialen als Schulungsräumlichkeiten für Personalschulungen dienen. Punktuell, sagt sie, könnten auch Aktionsartikel untergebracht werden.

Weiter wachsen

Unterdessen wird das Filialnetz weiter ausgebaut. Paloma Martino: «Nach nur wenig mehr als zwei Jahren Präsenz am Schweizer Markt haben wir vor kurzem in Emmenbrücke die 65. Filiale mit grossem Kundenzustrom eröffnet.» Es sei der Verdienst der Mitarbeitenden, dass die Anzahl an Filialen innerhalb eines Jahres verdoppelt werden konnte. Und das soll so weitergehen: «Wir sind mit dem bisher Erreichten zufrieden und zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr in ähnlichem Tempo weiterwachsen können.»