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Licht und Schatten in der Schweizer Industrie

Der Graben zwischen den traditionsreichen Konzernen Georg Fischer und Sulzer zeigt: Über Erfolg und Misserfolg entscheidet mehr als der Franken, nämlich eine langfristige Strategie.
Daniel Zulauf

Der Schaffhauser Industriekonzern Georg Fischer (GF) hat 2017 abermals eine starke Leistung abgeliefert und ist aus eigener Kraft um 10 Prozent gewachsen – doppelt so schnell, wie sich das die Geschäftsleitung unter Yves Serra vorgenommen hatte. Der Erfolg von GF ist das Ergebnis einer langfristigen Strategie, mit der sich das Unternehmen geogra­fisch wie auch produktmässig auf vielversprechende Märkte konzentriert und diszipliniert an der Verbesserung der Wettbewerbsposition gearbeitet hat. Ein Beispiel ist die Sparte Machining Solutions, in der GF hochspezialisierte Fräsmaschinen für anspruchsvolle Anwendungen in Luftfahrt und Informationstechnologie herstellt. Der Auftragseingang für GF-Maschinen hat im Berichtsjahr um 12 Prozent auf über 1 Milliarde Franken zugenommen. Serra freut sich am höchsten Auftragsvolumen seit zehn Jahren. Und mit Maschinen verdient Georg Fischer richtig gutes Geld: Um 32 Prozent auf 82 Millionen Franken ist das Betriebsergebnis der Sparte gestiegen, die Marge ist mit über 8 Prozent des Umsatzes komfortabel. Und GF, international aufgestellt, investiert auch in der Schweiz weiterhin kräftig: 35 Millionen Franken flossen 2017 in den Aufbau eines neuen Maschinenentwicklungszentrums in der Uhrenstadt Biel, und weitere 40 Millionen sollen dieses Jahr folgen. Von den weltweit fast 16000 Angestellten sind über 2000 in der Schweiz tätig – Tendenz steigend. «Hilfreich sind enge Beziehungen zu den Kunden», erklärt Serra den Erfolg. Man müsse frühzeitig erkennen, in welchen Segmenten man noch erfolgreich sein kann und die Weichen entsprechend stellen. GF hätte das Fräsmaschinengeschäft vor mehr als zehn Jahren billig verkaufen können und dafür erst noch Applaus von der Finanzgemeinde geerntet, denn damals sah die Rendite weniger vorteilhaft aus.

Genau diesen Weg ging Sulzer schon vor langer Zeit. Das Unternehmen blieb zu lange in seinem Selbstverständnis als Grosskonzern verhaftet und wurde so zum Objekt von allerlei Finanzinvestoren, die Sulzer allzu oft mit einer kurzfristigen Optik alten Glanz zu verleihen hofften und damit immer weiter ins Abseits manövrierten. Inzwischen hat Sulzer unter Firmenchef Greg Poux-Guillaume wieder Tritt gefasst, doch der Graben zu GF ist frappant tief. Obwohl Sulzer als Industriebetrieb in der Schweiz keine nennenswerte Rolle mehr spielt und fast ausschliesslich im Ausland produziert, liegt die Rentabilität weit hinter jener von GF zurück. Als Kontrast dazu wurde Poux-Guillaume 2017 mit 4,4 Millionen Franken entschädigt, Serra mit 3,5 Millionen.

Daniel Zulauf

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