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Revolution in der Finanzwelt: Facebook plant Einführung einer eigenen Währung

Der US-Internetkonzern Facebook lanciert eine eigene Währung. Damit soll Geld überweisen so einfach sein wie SMS verschicken. Dank den Milliarden von Nutzern könnte das Projekt nachhaltig das Finanzsystem umkrempeln.
Livio Brandenberg
Online-Bezahl-Profi: David Marcus wechselte 2004 von Paypal zu Facebook. (Bild: T. Hase/Keystone, München, 18. Januar 2018)

Online-Bezahl-Profi: David Marcus wechselte 2004 von Paypal zu Facebook. (Bild: T. Hase/Keystone, München, 18. Januar 2018)

Erste Gerüchte tauchten Mitte Mai auf. Facebook hatte Anfang des letzten Monats eine Tochtergesellschaft mit dem Namen Libra Networks in Genf ins Handelsregister eingetragen. Diese soll in den Bereichen Finanz und Technologie aktiv sein und Software entwickeln, berichteten Nachrichtenagenturen zunächst. Schnell wurde klar: Facebook arbeitet an einer eigenen Kryptowährung.

Jetzt ist aus den Gerüchten Gewissheit geworden. Wie der US-Tech-Gigant am Dienstag bestätigte, wolle man eine globale Digitalwährung entwickeln. Das Digitalgeld mit dem Namen Libra basiert ähnlich wie Bitcoin auf der Blockchain-Technologie, soll aber ohne Kursschwankungen auskommen. Facebook werde keinen Zugang zu den Transaktionsdaten haben, versicherte der für das Projekt zuständige Manager, der Genfer David Marcus. Der ehemalige Präsident des Onlinebezahldienstes Paypal wechselte 2014 zu Facebook, dort war er zuvor für die Entwicklung der Chat-Software Messenger verantwortlich.

In der Anfangszeit dürfte das Digitalgeld vor allem für Überweisungen zwischen verschiedenen Währungen eingesetzt werden, sagte Marcus der Nachrichtenagentur DPA. Damit würde Libra mit Geldtransfer-Diensten wie Western Union oder Money-gram, die unter anderem in Afrika oder Indien verbreitet sind, konkurrieren. Diese Dienste sind dafür bekannt, für internationale Überweisungen hohe Gebühren zu verlangen. Die Vision ist laut Facebook, Libra zu einem vollwertigen Zahlungsmittel für alle Situationen zu machen. Das Online-Netzwerk will also nichts weniger als die globale Finanzwelt umkrempeln.

Whatsapp direkt mit dem Bankkonto verknüpft

Für Verbraucher soll es einfach sein, Geld zwischen Libra und anderen Währungen zu tauschen und Transaktionen damit zu tätigen. So soll man Libra-Überweisungen zum Beispiel direkt in Facebooks Chatdiensten Whatsapp und Messenger ausführen können. Mit einer Verknüpfung zum Bankkonto sollen Libra auch direkt auf dem Smartphone in andere Währungen umgetauscht werden können.

Um das grosse Ziel einer digitalen Vollwährung zu erreichen, hat Facebook eine Allianz geschmiedet, die Libra Association. Diese Allianz – und nicht Facebook – soll das Digitalgeld verwalten. Unter den aktuell 28 Mitgliedern befinden sich die Finanzdienstleister Visa, Mastercard, Paypal und Stripe, was die Integration in Bezahlsysteme erleichtern dürfte. Mit an Bord sind unter anderem auch Vodafone und Ebay, die Reisebuchungs-Plattform Booking.com sowie der Musikstreaming-Dienst Spotify und die Fahrdienst-Vermittler Uber und Lyft. Zum Libra-Start Anfang oder Mitte 2020 hoffe er auf mehr als 100 Mitglieder, sagte Marcus. Facebook werde keine Sonderrolle in der Organisation haben.

Samsung Pay auch bei Kantonalbanken

Ab sofort können Kunden der Kartenherausgeberin Viseca (Visa, Mastercard) Samsung Pay nutzen. Dies teilt Samsung Schweiz mit. Die Neuerung gilt somit für Kunden von Kantonalbanken (nicht dabei ist bisher die Urner Kantonalbank), Raiffeisen sowie unter anderem der Migros Bank, der Bank Cler, Valiant oder der Clientis. Sie können nun per Samsung-Smartphone oder -Smartwatch überall Beträge begleichen, wo kontaktlos bezahlt werden kann, sowie online. Samsung Pay funktioniert ausschliesslich auf Smartphones und -watches des südkoreanischen Herstellers. (lb)

Was Facebook bei Libra unbedingt vermeiden will, sind die massiven Kursschwankungen, für welche bisherige Blockchain-Währungen – allen voran Bitcoin – berüchtigt sind. Libra werde deshalb in vollem Umfang durch einen Reservefonds mit verschiedenen Währungen wie US-Dollar, Euro und Yen gedeckt sein. «Wenn zum Beispiel jemand Libra für 100 Euro kauft, fliessen diese 100 Euro in die Reserve», erläuterte Marcus. Auch werde Libra, anders als der Bitcoin, nicht von den Nutzern selbst erstellt, sondern muss bei Mitgliedern der Allianz oder auf Handelsplattformen erworben werden.

Wie aus den Statuten hervorgeht, dürfte Libra Networks in Genf, wo sich auch der Schweiz-Sitz von Facebook befindet, nicht nur eine Briefkastenfirma sein. Demnach kann die Firma ihren künftigen Tochtergesellschaften, Aktionären und anderen Firmen etwa Darlehen gewähren. Die Statuten sollen übrigens in Zug geschrieben und notariell beglaubigt worden sein, schreibt die «Handelszeitung», die sich auf Gründungsdokumente beruft.

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